Hans Dragosits: Der Reiz des letztlich Verbotenen

Der Absamer Maler und Grafiker Hans Dragosits, den man als tiefsinnigen Sinnsucher kennt, ist schon seit einigen Jahren Streetartistischem in seinen unterschiedlichen Formen auf der Spur.

Riesiges, von Hans Dragosits bei seinen Streifzügen durch Innsbruck gefundenes Graffito.
© dragosits

Innsbruck –Als fotografierenden Flaneur durch Innsbruck kannte man Hans Dragosits bisher eigentlich nicht. Dabei ist der Absamer Maler und Grafiker, den man als tiefsinnigen Sinnsucher kennt, schon seit einigen Jahren Street­artistischem in seinen unterschiedlichen Formen auf der Spur. Er habe ein Faible für die Randerscheinungen des künstlerischen Ausdrucks entdeckt, sagt der selbst so diszipliniert und introvertiert arbeitende Dragosits, für den Reiz des Anonymen, im Geheimen Entstehenden. Um dem letztlich Verbotenen ein Gesicht zu geben, wie der Künstler sagt.

Von den Hunderten von Fotos, die auf diese Weise entstanden sind, zeigt Dragosits im WEI SRAUM derzeit etwas mehr als hundert. Von riesigen, kunstvoll auf großen Mauern ausgebreiteten Graffiti genauso wie von rasch hingeschriebenen politischen Botschaften, geheimnisvollen Zeichen oder auch der banalen Werbung für ein Lokal. Besonders reizvoll sind für Dragosits aber auch die Relikte dieser teilweise sehr poetisch daherkommenden anonymen Kunst. Indem sich das Abgerissene, Abblätternde und Verbleichende in unzähligen Schichten in morbidem Charme überlagern, um auf diese Weise letztlich zufällig zu etwas ganz Neuem zu werden.

Dragosits’ Bilder haben Christoph W. Bauer zu kleinen Texten inspiriert, die viel mehr als Kommentare sind und in der Schau wie Blätter im Wind von der Decke baumeln. Sie sind genauso wie die Fotos in dem Buch „Innsbruck eingeschrieben“ (Haymon, 24,90 €), aus dem Bauer am Dienstag, 19 Uhr, im WEI SRAUM lesen wird, abgedruckt. (schlo)


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