Biografie: Ein Sonnenstrahl in der KZ-Hölle

Mit einer literarischen Biografie setzte die Imster Autorin Annemarie Regensburger der Nonne Angela Autsch ein Denkmal.

Die Imster Autorin Annemarie Regensburger setzte Angela Autsch, dem Engel von Auschwitz, ein literarisches Denkmal.
© Hauser

Imst –Am 23. Dezember werden es 75 Jahre, dass die als „Engel von Auschwitz“ bekannte Nonne Angela Autsch bei einem Bombenangriff auf das Vernichtungslager Au­schwitz im Jahre 1944 zu Tode kam. Mit einer literarischen Biografie setzte die Imster Autorin Annemarie Regensburger dieser bewundernswerten Frau ein Denkmal, und das auf äußerst einfühlsame Art und Weise.

Doch das 13. Buch, oder wie es die Autorin formuliert, ihr 13. Kind, ist mehr als eine nüchterne Biografie, mehr als ein historisches Dokument. Mit tiefstem Herzen empfunden, die Worte aus tiefster Seele formuliert, ist es mehr als der Versuch, menschliche Qualitäten der Barmherzigkeit, der Güte sowie das couragierte Auftreten eines Menschen gegen ein alles vernichtendes System literarisch zu fassen. Das Werk greift tief, sehr tief, wenn Regensburger den Lebenslauf der 1900 im Sauerland geborenen Maria Cäcilia Autsch nachvollzieht.

Angela Autsch
© Hauser

Von einer glücklichen Kindheit und erfolgversprechenden Perspektiven über den Eintritt als Nonne ins Kloster der Trinitarierinnen in Mötz bis hin zur Deportation ins KZ Ravensburg und später nach Auschwitz-Birkenau und den damit verbundenen unvorstellbaren Qualen, dies alles erzählt Regensburger mit eindringlichen Worten.

Aber vor allem gelingt es der Autorin in die Seelenwelt eines Menschen vorzudringen, deren Qualitäten selbst mit dem Begriff „außergewöhnlich“ nicht zu fassen sind. „Sie war ein Sonnenstrahl in finsterer Hölle, in ihrer Nähe fühlte man sich wie neugeboren“, so wurde sie von Mithäftlingen beschrieben. Autschs Bestimmung war wohl schon in ihren Vornamen eingeschrieben. Leitet sich Angela doch vom lateinischen „Angelus“, Engel, ab.

Im Zuge der Recherchen und zweieinhalbjährigen Schreibtätigkeit sei sie an ihre Grenzen gestoßen und bedurfte mehr als nur einmal der seelischen Betreuung durch ihren Ehemann, versicherte Regensburger im Rahmen der Buchpräsentation in der Imster Tyrolia am Donnerstagabend. Erschienen ist das 231 Seiten umfassende Werk mit dem Titel „Angela Autsch – Der Engel von Auschwitz“ im Tyrolia Verlag. (hau)


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