Stars von gestern: Jetzt sind sie wirklich unsterblich

James Dean dreht einen Film. Unmöglich? Nicht, wenn man weiß, wie weit die digitale Technik ist. Ethisch fragwürdig, das schon, aber auch bei anderen Stars wäre ein Wiedersehen sicher sehenswert.

James Dean 1955 in "Rebel Without a Cause". (Deutscher Titel: Denn sie wissen nicht, was sie tun)
© AFP

Von Matthias Christler

Denn sie wissen nicht, was sie tun. Eine Ikone, eine Legende, ein Schauspieler, der vor 64 Jahren bei einem Autounfall gestorben ist, wird mit computergenerierten Bildern in einen neuen Film eingebaut. Sie, das sind die Produzenten des Films „Finding Jack“, die James Dean für ihr Action-Drama zum Vietnam-Krieg als Hauptdarsteller ausgewählt haben. Eigentlich wird ein vermutlich unbekannter lebender Schauspieler die Rolle übernehmen und nachträglich wird das Gesicht nachbearbeitet. Das Unternehmen Magic City Films nutzt dafür alte Filmaufnahmen und Fotos von Dean. Sie, die Produzenten, wissen vielleicht, was sie tun. Aber sie wissen nicht, was sie damit auslösen. Und ich als Fan alter Filme, aber auch digitaler Action-Spektakel, die wie der letzte „Avengers“-Film zum Großteil am Computer entstehen (94 Prozent sind CGI-Effekte), weiß nicht, was ich davon halten soll. Einerseits ist es großartig, jemanden wie James Dean in einem neuen Film erleben zu dürfen. Andererseits frage ich mich, ob es ethisch vertretbar ist – und ob sich James Dean nicht sprichwörtlich im Grab umdrehen würde, wenn er davon wüsste.

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