Kunst der inneren Erregung in Imst

Werke des 2010 verstorbenen Imster Künstlers August Stimpfl werden im Rahmen der Kunststraße 2019 in einer großen Retrospektive gezeigt.

Dem Imster Künstler August Stimpfl wird eine Hommage im Rahmen der Kunststraße zuteil.
© Hauser

Von Markus Hauser

Imst –Die Kunststraße Imst 2019 verspricht in jeder Hinsicht ein opulentes Fest der Kultur zu werden. Das ist jedoch nicht nur dem Umstand geschuldet, dass sich dieses Jahr rekordverdächtig 110 Kulturschaffende daran beteiligen. 90 davon kommen aus der Sparte Kunst, 20 aus dem Bereich der Musik bzw. Literatur. Vom diesjährigen Thema „Material-Stoff“ schienen offensichtlich sehr viele Kreativschaffende angetan. Doch bekanntlich geht Qualität vor Quantität, und diese scheint heuer durch die Teilnahme von zahlreichen renommierten akademischen Künstlern gegeben. Von der Lehngasse bis zur Langgasse, von der Ballgasse bis zur Kramergasse werden insgesamt 37 Räumlichkeiten und öffentliche Plätze mit Kunst, Musik und Performances bespielt.

Ein besonderer Coup ist Lis­a Krabichler in ihrer Funktion als künstlerische Leiterin des wohl größten Oberländer Kulturereignisses des Jahres gelungen: Im Kunstraum am Stadtplatz 12 gibt es aus einer privaten Sammlung Werke des Imster Künstlers August Stimpfl (1924–2010) zu bewundern. Stimpfl zählte wohl zu den herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten Tirols. Ausstellungen in den angesehensten Galerien in der Schweiz, Deutschland und Österreich zeugen von seinem internationalen Renommee.

Stimpfl hat sich dem menschlichen Körper und der Landschaft verschrieben. Seine heftige, gestische Bildsprache folgte einer analytischen Methode, in der die Bildelemente, die dialektisch und emotional verwendet werden, als Analyse seiner Lebenserfahrung verstanden werden können. „Ohne innere Erregung kann man keine Kunst schaffen. Ob weiblicher Akt oder Landschaft, der Künstler muss von Qualitäten, die dem Eros gleichkommen, erfasst sein. Nur so gelingt Kunst“, beschrieb der Künstler seine Emotionen beim Malen.

Das Ergebnis waren schonungslose Bilder voller Ernst, die alle Vorstellung von Eitelkeit und Schönheit weit hinter sich lassen und sinnliche Malerei geradezu zelebrieren. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Konzerten, Lesungen, eine Versteigerung von Kunst für den guten Zweck u. v. m. versprechen Abwechslung und die sprichwörtliche Qual der Wahl. Eröffnet wird die Kunststraße 2019 am 29. November um 19 Uhr in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann nach einem Warm-up um 18 Uhr. Ab 20.15 Uhr ist einmal mehr die „Lange Nacht der Galerien“ angesagt.

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