Alpbachtal-Seenland sucht einen neuen TVB-Obmann

Kandidaten auf neun Listen rittern um den Einzug in den Aufsichtsrat des TVB Alpbachtal-Seenland. Obmann Duftner gibt sein Amt ab.

Die TVB-Mitglieder können unter neun Listen der drei Stimmgruppen wählen.
© Hrdina

Von Wolfgang Otter

Alpbach –Es wird spannend. Am 10. Dezember stehen beim TVB Alpbachtal und Tiroler Seenland im Congress Centrum Alpbach (19.30 Uhr) Neuwahlen an. Kandidaten von nicht weniger als neun Listen wollen in den Aufsichtsrat. So gibt es zwei Wahlvorschläge für die Stimmgruppe I, drei für die Gruppe II und vier Meldungen für die Gruppe III. Das Verbandsgebiet umfasst Alpbach, Brandenberg, Breitenbach am Inn, Brixlegg, Kramsach, Kundl, Münster, Radfeld, Rattenberg und Reith im Alpbachtal. Sicher ist, dass es für diese Region einen neuen Obmann geben wird. Bereits im Vorfeld hat nämlich Obmann Johannes Duftner bei den Mitgliedern angekündigt, nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung zu stehen. Nicht wegen der Spannungen im Verband: „Ich brauche nach 20 Jahren als Funktionär einfach eine Pause“, erklärt Duftner auf Anfrage der TT und schließt dabei auch eine spätere Rückkehr nicht aus.

Die Spannungen im Verband streitet der Alpbacher Hotelier auch gar nicht ab. Das Problem des TVB liege in der Zusammensetzung der Orte. „Das schaut auf der Landkarte gut aus, aber sie passen nicht zusammen“, sagt Duftner. Er ist erklärter Fan der Region Wildschönau-Alpbachtal. Tourismus finde nur noch im Alpbachtal statt, in den Mitgliedergemeinden im Inntal ist mit Ausnahme der Campingplätze nicht mehr viel los. „Da gibt es Industrie und Gewerbe“, sagt Duftner. Entsprechend kontrovers sind die Interessen der Mitglieder.

Die Mitgliedergemeinden im Inntal wollen aber nun mehr Mitsprache, wie der Breitenbacher Bürgermeister LA Alois Margreiter bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. „Wir wollen nicht, dass alle Macht im Alp­bachtal ist. Wir müssen schauen, dass unsere Orte auch vertreten sind“, rief Margreiter alle Wahlberechtigten auf, zur Wahl zu gehen. „Es kann nicht sein, dass wir um jeden Euro für unsere Orte betteln müssen“, machte er sich für die Liste mit Vertretern aus mehreren Inntalgemeinden stark.

Die Übermacht der Alpbacher Funktionäre sieht Duftner mittlerweile ebenfalls kritisch. „Aber es sind aus anderen Orten keine zur Verfügung gestanden“, verteidigt er die Situation. Das Missverhältnis habe sich auch durch Rücktritte während der laufenden Amtszeit und Nachrücken von Alpbacher Funktionären noch verschärft.

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Aber Duftner zieht an und für sich eine gute Bilanz der vergangenen fünf Jahre, besonders die Rad-WM sei gelungen. Aber es gebe auch Fehler, gesteht er selbstkritisch ein. So habe man beim Ankauf eines Teslas für den Geschäftsführer, die emotionelle Seite übersehen. „Ein Geschäftsführer darf einfach nicht ein teureres Auto als ein Wirt fahren“, so Duftner. Wobei im Hintergrund der Idee der Werbeeffekt und die Zusammenarbeit mit Tesla gestanden hätten.

Wer ist nun also als neuer Obmann im Gespräch? „Ich weiß es nicht, es läuft niemand herum und sagt: ,Ich will es werden‘“, wundert sich Duftner. Er habe vor fünf Jahren auf alle Fälle seine Bereitschaft zur Amtsübernahme im Vorfeld der Wahl bereits bekundet. Gerüchte gebe es, aber die wolle der Noch-Obmann weitertragen. „Auf alle Fälle ist es gut, wenn auch andere einmal zum Zug kommen“, so sein Fazit.


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