Georg Wieser im Space Nouvelle: Rieseninsekten leben kurz

Georg Wiesers in einem performativen Prozess entstandene Skulptur infiltriert den Innsbrucker Open Space.

Gefangen im Space Nouvelle: Georg Wiesers Riesenobjekt.
© daniel jarosch

Innsbruck –Wie ein riesiges Insekt kommt das multimediale skulpturale Ding daher, das Georg Wieser in und für Anna Fliris Space Nouvelle gebaut hat. Aus rund 400 schmalen Holzelementen, deren unterschiedliche Längen sich an der Körpergröße von 1,82 Metern des 35-jährigen Innsbruckers orientieren. Er habe eine vage Vorstellung davon gehabt, wie das Objekt werden soll, entstanden ist es allerdings vor Ort in einem öffentlichen, sich über vier Tage erstreckenden performativen Prozess. Bei dem der gelernte Architekt die Holzstückchen mit Kabelbindern, bunten Gurten und Seilen verschnürt hat, bevor er sie partiell noch mit weißen Stoffbahnen umwickelt und ihr Inneres mit Leuchtstoffröhren bestückt hat.

Das auf fragilen Beinen stehende, vielfältig assoziative Objekt infiltriert mit seinen Ausmaßen von 10 x 4 x 2,25 Metern nicht nur die beiden Räume des Open Space, die von ihm ausgehende Aura überträgt sich, sobald es dunkel wird, durch die Schaufenster auch auf den Straßenraum bzw. hofseitig in den Garten.

Nach dem Ende der Schau wird Wieser die Skulptur wieder in ihre Einzelteile zerlegen und etwas Neues bauen. Ideen hätte er jede Menge, so der in Wien lebende Künstler, der auch großformatige digitale Collagen macht. Eine Ahnung davon vermitteln Relikte einer ehemals zwölf Meter langen, die, genauso wie eine aus Draht, Elektroschrott, Hühnerknochen und Nylonstrumpfhosen gebaute kleinere Skulptur, ebenfalls im Space Nouvelle zu sehen sind. Dessen kurzes Leben mit dem Auftritt Wiesers leider schon wieder zu Ende gehen dürfte. (schlo)

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