ÖFB-Fahrplan für EURO 2020 nimmt erst nach Auslosung Form an

Hinter den ÖFB-Planungen für die Europameisterschaft stehen noch viele Fragezeichen. Nach der Gruppen-Auslosung Ende November ist man schlauer.

Auch die ÖFB-Fans müssen sich mit den Reiseplanungen für den EM-Sommer noch gedulden.
© APA

Wien – Der ÖFB bastelt schon seit Monaten intensiv am Fahrplan des österreichischen Nationalteams für das kommende Jahr - und dennoch sind viele Eckpunkte offen. Das liegt vor allem daran, dass der Verband die Auslosung der EURO 2020 (12. Juni bis 12. Juli) am 30. November in Bukarest abwarten muss.

Bisher steht nur soviel fest: Die ÖFB-Auswahl bestreitet Ende März 2020 sowie in der unmittelbaren EM-Vorbereitungsphase Ende Mai/Anfang Juni jeweils zwei Länderspiele. Gegen welche Mannschaften getestet wird, hängt von der Gruppeneinteilung der kontinentalen Endrunde ab, wie ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold erklärte.

Starke Testspiel-Gegner, EM-Quartier wohl zuhause

„Wir haben mit potenziellen Gegnern schon zahlreiche Gespräche geführt und sind in den Planungen relativ weit“, sagte Neuhold. Mit Vertragsabschlüssen müsse man allerdings zuwarten, weil man Spiele gegen spätere EM-Gruppengegner vermeiden wolle. Eine Situation wie 2008, als das ÖFB-Team gegen Deutschland im Februar ein Freundschaftsmatch und im Juni eine EURO-Partie absolvierte, wird es diesmal nicht geben. „Wir haben uns darauf verständigt, dass so etwas keinen Sinn machen würde“, meinte Neuhold.

Mit Teamchef Franco Foda wurde vereinbart, im EM-Vorfeld gegen möglichst starke Kontrahenten anzutreten. „Es ist stets sein Wunsch, sich mit den besten Mannschaften zu messen. Es ist aber auch klar, dass nicht alle vier Gegner Top-Ten-Nationen sein werden. Es ist nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Gegner nicht bei der Endrunde dabei sein wird“, betonte Neuhold.

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Ebenfalls noch ungeklärt ist die Location des letzten Trainingscamps vor der EM sowie das EM-Quartier selbst. Sollte Österreich in der London/Glasgow-Gruppe landen, könnte man die Zeit während der Gruppenphase auf der Britischen Insel verbringen. „Aber aufgrund der unklaren Lage wegen des Brexit ist das nicht sicher“, stellte Neuhold klar. Ein längerer Auslands-Aufenthalt während des Turniers ist auch dann denkbar, wenn für die ÖFB-Auswahl zum Beispiel zwei EURO-Partien in Baku auf dem Programm stehen.

Prinzipiell geht der Trend aber in die Richtung, während der Endrunde in der Heimat zu bleiben und nur jeweils einen Tag vor dem Spiel zum Austragungsort zu fliegen. Wo man in diesem Fall in Österreich logieren würde, ist laut Neuhold noch offen. „Grundsätzlich sind alle Vorkehrungen getroffen. Wir haben für uns definiert, welche Option in Österreich wir präferieren. Aber auch hier müssen wir die Auslosung abwarten.“

Endgültige Klarheit über alle offenen Punkte soll wenige Wochen nach der Gruppeneinteilung herrschen. „Unser Plan ist es, das Programm bis Weihnachten unter Dach und Fach zu haben und auch offiziell zu kommunizieren“, erklärte Neuhold.

Nations-League-Auslosung im März

Theoretisch besteht die Gefahr, dass der dann fixierte Fahrplan noch einmal über den Haufen geworfen wird - die UEFA hat nämlich für den 1. April 2020, wenn nach den Nations-League-Play-offs alle EURO-Teilnehmer feststehen, einen Termin für eine neuerliche EM-Auslosung reserviert. „Aber laut den Informationen, die wir von der UEFA haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass im Frühjahr neu ausgelost werden muss, äußerst gering“, berichtete Neuhold.

Nach der EM geht es für das Nationalteam mit der nächsten Auflage der Nations League weiter. David Alaba und Co. treten bei den Doppelterminen im September, Oktober und November 2020 in der Liga-B-Gruppenphase in Hin- und Rückspielen gegen drei Gegner an. Die Auslosung steigt am 3. März in Amsterdam. Es ist anzunehmen, dass zumindest ein Startplatz für die WM 2022 über die Play-offs des neuen Bewerbs ausgespielt wird, der Modus ist bisher aber nicht bestätigt. Die eigentliche WM-Qualifikation startet erst 2021. (APA)


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