25 Migranten in Kühlcontainer auf Fähre Richtung England entdeckt

Unterkühlt harrt eine Gruppe Migranten im Inneren eines Kühlcontainers aus, um so vom europäischen Festland nach Großbritannien zu gelangen. Sie werden erst entdeckt, als sie ein Loch in den Container schlagen.

Die Migranten wurden noch rechtzeitig in dem Kühlcontainer entdeckt. Sie wurden im Krankenhaus behandelt.
© ANP

Rotterdam – Wenige Wochen nach dem Fund von 39 Leichen in einem Kühllaster in Großbritannien sind erneut Migranten in einem Kühlcontainer entdeckt worden. Die 25 Migranten hatten ein Loch in den Auflieger geschlagen und konnten gerettet werden. Sie wurden am Dienstag auf einer dänischen Frachtfähre gefunden. Wie die Reederei DFDS am späten Abend der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, hatte die Gruppe versucht, versteckt in dem gekühlten Sattelauflieger an Bord der „Britannia Seaways“ von den Niederlanden nach Großbritannien zu gelangen.

Das Schiff befand sich am Nachmittag auf dem Weg von Vlaardingen ins englische Felixstowe. Es drehte dann aber nach gut 90 Minuten um, nachdem die Migranten entdeckt worden waren, wie DFDS-Sprecher Gert Jakobsen der dpa sagte. In Vlaardingen bei Rotterdam wurden die Migranten von Polizei und Rettungskräften in Empfang genommen.

Polizei ermittelt

Nach Angaben der dänischen Reederei erlitten die Migranten Unterkühlungen. Der Rotterdamer Polizei zufolge kamen 23 von ihnen nach der ärztlichen Untersuchung auf eine Polizeiwache, zwei zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus. Zur Herkunft der Migranten gab es zunächst keine Angaben.

Die Polizei nahm Ermittlungen zu dem Fall auf. Spürhunde suchten nach der Rückkehr nach Vlaardingen nach möglichen verbliebenen Personen an Bord, fanden jedoch keine weiteren Migranten. Der Kühlcontainer befand sich auf einem Lastwagen und war eingeschaltet, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Der Lkw wurde den Angaben zufolge beschlagnahmt, der Fahrer festgenommen. Ob er von den Migranten wusste, war zunächst unklar.

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Nach Informationen der niederländischen Zeitung AD versuchten in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen, vom Rotterdamer Hafen illegal nach Großbritannien zu kommen. Im vergangenen Jahr wurden demnach 1371 Menschen bei dem Versuch gefasst.

Im Oktober waren in einem Kühllaster östlich von London 39 Leichen entdeckt worden. Ein Schiff hatte den Container zuvor von Belgien nach England gebracht. Die Opfer stammten aus Vietnam. Im Zusammenhang mit dem Fall wurden mehrere Menschen in Vietnam, Großbritannien und Irland festgenommen. Jedes Jahr werden Tausende Migranten illegal nach Großbritannien gebracht, vor allem in Lastwagen oder mit Schiffen und Booten. (dpa)


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