Schwazer Mandatare fordern faire Bezahlung für Pflegekräfte

Schwazer Gemeinderäte befürchten Probleme bei der Pflegekraftsuche durch das geplante neue Entlohungsschema.

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Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –So nicht – sagen die Schwazer Gemeinderäte. Sie haben nun nämlich eine Resolution beschlossen und schicken diese direkt an die Tiroler Landesregierung. Es geht um das neue Entlohnungsschema in der Pflege.

Die Leitung des Regionalaltenwohnheimes Schwaz hat die Mandatare auf Probleme für die Angestellten aufmerksam gemacht. „Ein Ziel des Schemas war es, dass es keine Unterschiede mehr im Verdienst zwischen Pflegemitarbeitern in Krankenhäusern und Heimen gibt – gleiches Geld für alle“, erklärte GR Victoria Weber in der Gemeinderatssitzung. Für neu eingestellte Diplom- oder Führungskräfte bringe das teils eine Verbesserung. Im Gegenteil zu den Pflegeassistenten oder Heimhilfen. „Für sie heißt das künftig weniger Verdienst im Vergleich zu unseren bestehenden Mitarbeitern in den Heimen und zu all jenen, die nach dem SWÖ-Kollektiv entlohnt werden“, sagte Weber.

Der SWÖ-Kollektivvertrag gilt für alle Mitarbeiter im Verband der österreichischen Sozialeinrichtungen, wie des Sprengels, oder auch privater Anbieter, z. B. der Senecura. Sie betrifft das neue Entlohnungsschema, das vom Land ab 1.1.2020 eingeführt wird, nicht. Betroffen sind Pflegekräfte nach dem Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetz (kurz: G-VBG) – sprich alle, die in Tiroler Altenwohnheimen arbeiten.

„Ab Jahresbeginn verdienen Pflegeassistenten, die nach dem G-VBG entlohnt werden, wesentlich weniger als ihre Kollegen, die nach dem SWÖ-Kollektivvertrag bezahlt werden“, erklärt Franz Scheiter vom Franziskusheim in Fügen in einem Schreiben. Er hat nämlich durchgerechnet, wie viel ein Mitarbeiter in welchem Gehaltsschema verdient. Und ist zum Schluss gekommen: „Diese Missstände müssen dringend behoben werden.“ Denn eine 45-jährige Pflegeassistentin verdiene künftig im neuen Gehaltsschema in einem Pflegeheim jährlich um knapp 2383 Euro brutto weniger als ihre Kolleginnen im SWÖ-Kollektiv. Eine 25-jährige Heimhelferin würde es ebenfalls schwer treffen. Sie würde bis zu 1300 Euro brutto pro Jahr weniger verdienen.

Das schürt nun die Angst, dass die Suche nach Arbeitskräften für die Tiroler Altenwohn- und Pflegeheime in Zeiten des Personalmangels noch schwieriger, oder, wie Scheiterer meint, „praktisch unmöglich“ werde.

Der Schwazer Gemeinderat fordert eine Anpassung der beiden Gehaltsschemen. Laut GR Weber werde die Resolution in der nächsten Landtagssitzung behandelt.


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