Unwetter: Nur teilweise Entwarnung in Kärnten

Die Überschwemmungsgefahr im Bezirk Feldkirchen ist gebannt. Die Versicherer rechnen mit Gesamtschaden in dreistelligem Millionenbereich.

Vermurung nach heftigen Niederschlägen gab es vor allem in Kärnten. Dort müssen die Versicherungen mehrere Millionen Euro für die Schadensbehebung auszahlen.
© APA

Klagenfurt – Die Lage nach den Unwettern in Kärnten hat sich auch am Mittwoch nur teilweise entspannt. In Feld am See bleiben nach wie vor 15 Häuser evakuiert, die durch Steinschlag bedroht sind. Im Bezirk Spittal an der Drau waren die Aufräumarbeiten in vollem Gang, während die Hochwassergefahr im Bezirk Feldkirchen gebannt war. Versicherer rechnen mit einem Gesamtschaden im dreistelligen Millionenbereich.

Für die Gemeinde Feld am See war am Mittwochnachmittag noch der Zivilschutzalarm aufrecht: Hier droht ein Felsbrocken abzurutschen. Stand erst im Raum, den Brocken zu sprengen, änderte man nach einer Sondierung der Lage zu Mittag den Plan: „Offensichtlich war das Risiko einer Sprengung zu groß. Der Felsen wird nun gesichert und mechanisch abgetragen“, sagte Bernd Riepan, der Bezirkshauptmann von Villach-Land, auf APA-Anfrage. Die Arbeiten sollen am Donnerstag beginnen, wie lange sie dauern, war vorerst unklar. Bis auf weiteres bleiben aber jedenfalls die 15 Häuser im Gefahrenbereich evakuiert.

Zweijähriger ausgeflogen

Voll im Gange waren am Mittwoch die Aufräumarbeiten im Bezirk Spittal an der Drau. Hier gilt es vor allem, die von Muren verlegte Mallnitzer Straße (B105) freizubekommen, die Mallnitz mit dem Mölltal verbindet. Ein zweijähriger Bub, der dringend Medikamente benötigte, wurde am Mittwoch mit einem Polizeihubschrauber aus dem Ort geflogen. Behinderungen gab es auch noch auf der Mölltal Straße (B106): Sie war nach wie vor zwischen Obervellach und Flattach gesperrt, Autos werden über eine örtliche Umleitungsstrecke gelotst. Zumindest einspurig befahrbar war am Mittwoch wieder die Großglockner Straße (B107) zwischen Großkirchheim und Heiligenblut, während die Drautal Straße (B100) bei Greifenburg wegen eines Erdrutsches gesperrt war.

Im Bezirk Hermagor blieb weiterhin die Straße über den Plöckenpass nach Italien gesperrt. Die Gailtal Straße im Lesachtal war ebenfalls noch gesperrt, hier wurde aber eine Umfahrungsstraße eingerichtet.

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Verwüstungen bis in die Ortskerne

Ernüchterung herrschte nach Erkundungsflügen in den betroffenen Gebieten im Bezirk Spittal: „Praktisch in jeder Ortschaft hat es Murenabgänge, Überschwemmungen und Hangrutschungen gegeben, die manchmal bis in die Ortskerne Verwüstungen angerichtet haben. Viele Nebenstraßen sind unterspült und unpassierbar“, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Spittal an der Drau mit. Gerhard Schöffmann, Vorstandsdirektor der Kärntner Landesversicherung, rechnet mit hohen Unwetterschäden im Privatbereich: „Der Gesamtschaden wird mindestens im dreistelligen Millionenbereich liegen“, sagte Schöffmann – die Schäden an kommunalen Einrichtungen und Straßen ließen sich noch gar nicht abschätzen.

Allerdings sagte Schöffmann, dass der versicherte Schaden bei Hochwasser und Vermurung sich nur auf einen Betrag um die zehn Millionen Euro belaufen werde: „Das deckt die tatsächlich eingetretenen Schäden bei weitem nicht ab“, so Schöffmann, der diesbezüglich eine „staatliche Lösung in Form einer Pflichtversicherung“ forderte. (APA)


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