Startschuss für HTL Reutte ist gefallen

Das Warten hat ein Ende, die Bestätigung des Bundesministeriums ist eingetroffen. Im Herbst 2020 startet die HTL für Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebsinformatik als dislozierte Klasse der HTL Anichstraße.

(v. l.) WK-Obmann Christian Strigl, Bildungsdirektor Paul Gappmaier, Beate Palfrader, Anton Lendl (Bildungsdirektion), Günther Platter, Plansee-Vorstand Bernhard Schretter, LT-Präsidentin Sonja Ledl-Rossmann, Werner Hohenrainer (Schulleiter), Stefan Fesl
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Von Simone Tschol

Reutte, Breitenwang –Auch wenn es Wirtschaftskammer­obmann Christian Strigl „angesichts der Jubelmeldung viel zu ruhig“ war, so war allen Verantwortlichen bei der Pressekonferenz im Bildungszentrum der Plansee Group gestern Mittag die Erleichterung anzumerken. Zwei Jahre wurde um eine HTL-Ausbildung im Bezirk Reutte gerungen. Jetzt gab das Unterrichtsministerium endgültig grünes Licht. Die HTL Reutte startet im Herbst 2020 als dislozierte Klasse der HTL Anichstraße in Innsbruck.

„Das war wirklich kein Spaziergang. Die gemeinsamen Bemühungen von Politik, Wirtschaft und Bildungsdirektio­n haben aber Früchte getragen“, erklärte Landeshauptmann Günther Platter. Von einer eigenen HTL im Außerfern würden die jungen Menschen im Bezirk ebenso wie die regionale Wirtschaft, die vor allem auch durch den industriell-gewerblichen Sektor geprägt ist, profitieren. „Ich habe eine technische Ausbildungsmöglichkeit im Bezirk Reutte von Beginn an unterstützt, umso mehr freue ich mich, dass wir es nun geschafft haben“, so Platter.

Dass mit der HTL auch das Netz der Tiroler Ausbildungsangebote verdichtet wird, darauf verweist LR Beat­e Palfrader: „Nach einer umfangreichen Analyse und Bedarfsprüfung zeigte sich, dass eine HTL in Reutte positiv zu bewerten ist und für das Außerfern einen wesentlichen Mehrwert darstellt.“ Gleichzeitig betont die auch für den Arbeitsmarkt zuständige Landesrätin: „Der Bezirk Reutte hebt sich allmonatlich mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Tirol hervor. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern fußt auch in der guten Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen.“

Dass die HTL als disloziert­e Klasse startet, ist laut Palfrader „vernünftig“: „Die Organisationsform ist vorerst nicht wichtig. Jetzt geht es vorrangig darum, die Schule zu befüllen.“ Dies sei die Basis für eine Weiterentwicklung „vielleicht zur Expositur und – wenn es sich rechnet – hin zu einer eigenständigen HTL“.

Von einem „noch nie dagewesenen Schulterschluss aller Bürgermeister, der Bezirkshauptmannschaft, allen Sozialpartnern und ebenso aller Parteien“ schwärmt Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und fügt hinzu: „Das gesamte Außerfern war geschlossen von der Notwendigkeit dieses Projekts überzeugt. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt zur Umsetzung kommt.“

Auf dem Stundenplan der künftigen HTL-Schülerinnen und -Schüler finden sich maschinenbauliche Grundlagen, Mechatronik und Marketing ebenso wie Rechnungswesen oder Sprachen. Um sie bestmöglich auf den künftigen Kontakt mit Partnern und Kunden aus aller Welt vorzubereiten, erfolgt die Ausbildung mit starkem Englischbezug. Der theoretische Unterricht findet in der HAK statt, die Praxis in den Werkstätten und Labors der Plansee Group.

Gestartet wird, so Schulleiter Werner Hohenrainer, im kommenden Schuljahr mit maximal 36 Schülern.

„Auf diese HTL hat das ganz­e Außerfern gewartet – Unternehmen ebenso wie Schüler und Eltern“, fasst Plansee-Vorstand Bernhard Schretter die aktuellen Entwicklungen am Bildungs­standort Reutt­e zusammen. So wurde das gesamte Kompetenzportfolio entsprechend den Anforderungen der Arbeitgeber erstellt und ist auf einen praxi­s- und projektbezogenen Unterricht fokussiert. Weitere Schwerpunkte liegen auf Projektmanagementmethoden und der Entwicklung von „Soft Skills“ wie Rhetorik, Flexibilität oder Kommunikationsfähigkeit.

LH Platter abschließend: „Dieses Projekt zeigt einmal mehr, was gemeinsam erreicht werden kann.“


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