Polizeichef drängt Demonstranten in Hongkong zum Verlassen der Uni

Noch immer harren Demonstranten in der von der Polizei umstellten Universität in Hongkong aus. Der Polizeichef versichert, es gebe keine Frist – drängt aber gleichzeitig zum Abzug.

Demonstranten versuchen der Polizei zu entkommen - teils auch über die Abwasserkanäle.
© AFP

Hongkong – Der Polizeichef von Hongkong hat die in einer Hongkonger Universität ausharrenden Demonstranten am Freitag aufgefordert, den Komplex zu verlassen. Zugleich erklärte er, es gebe keine Frist für die Räumung des Campus. Er hoffe auf eine friedliche Lösung.

In den frühen Morgenstunden hatten mindestens acht Demonstranten in der Polytechnischen Universität aufgegeben und sich der Polizei ergeben. Andere suchten verzweifelt nach Fluchtrouten, während Bereitschaftspolizei den Campus umstellte. In Hongkong gibt es seit Monaten Proteste gegen einen wachsenden Einfluss Chinas in der Sonderverwaltungszone.

Trotz scharfen Widerstands aus China hatte sich der US-Kongress zuvor demonstrativ hinter die Demokratiebewegung in Hongkong gestellt. Das Repräsentantenhaus billigte fast einstimmig zwei Gesetzesentwürfe zur Unterstützung der demokratischen Kräfte in der chinesischen Sonderverwaltungsregion, die am Vortag bereits der Senat beschlossen hatte. Mit Spannung wird erwartet, ob US-Präsident Donald Trump die Verordnungen unterzeichnen wird, damit sie in Kraft treten können. China forderte ihn am Donnerstag auf, sein Veto einzulegen, und drohte ansonsten „harte Gegenmaßnahmen“ an.

Die Gesetzesvorhaben „billigen stillschweigend gewalttätige Kriminelle“, sagte Chinas Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit dem früheren US-Verteidigungsminister William Cohen in Peking. Die „Menschenrechts- und Demokratieverordnung“ sei eine unverhohlene Einmischung in innere Angelegenheiten Chinas. Es gehe im Grunde darum, Hongkong weiter ins Chaos zu stürzen oder sogar zu zerstören. (TT.com, APA, Reuters, dpa)

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