Leuchtender Aufruf gegen Gewalt im eigenen Zuhause

Frauenorganisationen verlangen Sicherheit für Frauen. In Lienz haben Schüler im Gedenken an weibliche Mordopfer 18 Kerzen entzündet.

Sabine Unterweger, Anna-Maria Eder, Brigitte Schieder, LR Gabriele Fischer, Caroline Rainer und BM Elisabeth Blanik (v. l.) rufen zu Solidarität und Mut auf, um gewaltfreies Leben zu ermöglichen.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz –18 Kerzen stehen für 18 Frauen, die im heurigen Jahr in Österreich unter Gewalteinwirkung ihr Leben lassen mussten. 18 Kerzen haben Schüler der Fachschule der Dominikanerinnen in Lienz gestern im Gedenken an diese Mordopfer entzündet, Vertreterinnen des Frauenzentrums Osttirol haben mit LR Gabriele Fischer und BM Elisabeth Blanik wie in den vergangenen Jahren am Egger-Lienz-Platz die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ gehisst.

„Wir senden diese Botschaft zu allen Frauen, denen Gewalt widerfährt: Findet wieder Mut, es gibt Hilfe. Lernt ,Nein‘ zu sagen“, appellierte Fischer. Jede fünfte Frau sei in Österreich, und damit auch in Tirol, zumindest einmal im Leben von psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. „Der gefährlichste Ort für Frauen und Kinder sind die eigenen vier Wände“, mahnte die Soziallandesrätin. Die Beratungs- und Opferschutzeinrichtungen des Landes seien für alle zugänglich und regional verteilt, damit Hilfe und Unterstützung so einfach wie nur irgend möglich in Anspruch genommen werden können.

18 Schüler der Fachschule der Dominikanerinnen in Lienz haben 18 Kerzen entzündet – eine für jedes weibliche Mordopfer des heurigen Jahres.
© Christoph Blassnig

„Ich habe oft erlebt, dass wir Frauen zusammenstehen, wenn es darauf ankommt“, erklärte Elisabeth Blanik. „Ich lasse mir den Traum nicht nehmen, dass wir hier eines Tages nicht mehr stehen müssen und weibliche Todesopfer beklagen, die ihre Kinder und Angehörigen zurücklassen mussten.“ Von Gewalt könne jeder betroffen sein, niemand dürfe sich ausnehmen. Es fange im Kleinen an, ganz früh, schon bei der Sprache. Auch Blanik sprach von Mut: „Bitte habt keine falschen Schuldgefühle oder Scham.“

Das Frauenzentrum Osttirol nimmt gemeinsam mit anderen Frauenorganisationen an der internationalen Kampagne „Orange the World“ teil. In „16 Tagen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ will die Bewegung für Gewalt sensibilisieren, vorhandene Diskriminierungen thematisieren, Beratungsangebote bekannter machen und nicht zuletzt gewaltfreie Wege aufzeigen. Ab 25. November werden dazu Schloss Bruck und das BKH Lienz 16 Tage lang als sichtbares Zeichen in oranges Licht getaucht.


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