Calvi statt Kollegah: Neuer Musikpreis IMA als Echo-Kontrastprogramm

Nicht für Verkaufserfolge wie beim Echo, sondern für künstlerische Relevanz werden die „International Music Awards“ vergeben. Die Premiere in Berlin bietet eine spannende Pop-Mixtur.

Die australische Rapperin Iggy Azalea trat mit der britischen Sängerin Alice Chater auf.
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Berlin – Mit einem Auftritt von Rock-Weltstar Sting als Schluss- und Höhepunkt hat der neue Popmusik-Preis „International Music Awards“ (IMA) in Berlin eine gelungene Premiere gefeiert. Der 68-jährige Brite wurde am Freitagabend für sein Lebenswerk als Frontmann von The Police und als Solokünstler mit dem „Hero“-Award ausgezeichnet.

Die modern designte IMA-Statuette wurde der „lebenden Legende“ Sting (68) unter großem Publikumsjubel von Udo Lindenberg überreicht.
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Udo Lindenberg erhielt für seine klare politische Haltung („für Frieden und Freiheit“) den „Courage“-Preis.
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Sting erhielt den Preis unter großem Publikumsjubel von Deutschrock-Legende Udo Lindenberg, der zuvor selbst für seine politische Haltung mit dem „Courage“-Preis geehrt worden war.

Erstmals nach dem Echo-Aus wurde wieder ein großer Preis für Popmusik in Deutschland vergeben. Bei der IMA-Gala in der Verti Music Hall traten die britische Rock-Gitarristin Anna Calvi, die kanadische Sängerin Peaches, die US-Avantgarde-Musikerin Holly Herndon, die koreanische Popband The Rose, die Franzosen Christine and The Queens sowie der deutsche Hip-Hop-Star Max Herre mit seiner Frau Joy Denalane live auf. Auch Lindenberg und Sting sangen eigene Songs.

IMA-Auszeichnungen gingen auch an Calvi, Herndon, die Deutschrocker Rammstein, US-Rapperin Tierra Whack, Soulsängerin Lizzo, den Anti-Brexit-Aktivisten Slowthai und die erst 17-jährige US-Newcomerin Billie Eilish. Mehrere Künstler konnten die Preise in Berlin allerdings nicht persönlich entgegennehmen. Durch die Gala führten Topmodel Toni Garrn und US-Showstar Billy Porter.

Relevanz statt Verkaufszahlen

Der Echo-Preis war an Verkaufszahlen orientiert und nach dem Skandal um die als antisemitisch bewerteten Rap-Texte der Preisträger Farid Bang und Kollegah für 2019 abgeschafft worden. Der unter anderem vom Musikmagazin Rolling Stone ausgerichtete IMA will sich hingegen an künstlerischer Relevanz orientieren. So gab es bei der Premiere Kategorien wie „Commitment“ für Engagement, „Future“ für Innovation oder „Beginner“ für Newcomer. Die Preisträger waren in einem zweistufigen Prozess von Gremien und prominenten Jurys aus Journalisten und renommierten Musikern ermittelt worden. (APA/dpa)

Bemüht, aber bieder führten das deutsche Topmodel Toni Garrn und der US-Showstar Billy Porter durch den Gala-Abend.
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