Dorotheum sagte Auktion von Objekten aus Schrödinger-Nachlass ab

Versteigert werden sollten Objekte aus dem Familiensitz in Alpbach. Ein Enkel Schrödingers erhebt Anspruch auf die Sachen. Er möchte sie dem Brenner Archiv in Innsbruck zur Verfügung stellen.

Das Grab des österreichischen Nobelpreisträgers Erwin Schrödinger am Friedhof in Alpbach.
© APA

Wien – Das Dorotheum hat zwei geplante Auktionen von Objekten aus dem Nachlass des österreichischen Physikers und Nobelpreisträgers Erwin Schrödinger (1887-1961) abgesagt. Wie das Nachrichtenmagazin profil in seiner neuen Ausgabe berichtet, erhebt ein Enkel Schrödingers Anspruch auf die Urkunden, Briefe, Fotos und Medaillen.

Der Österreicher Erwin Schrödinger lebte von 1887 bis 1961 und zählt noch heute zu den bedeutensten Physikern der Welt.
© Nobel foundation

Laut profil hat das Brenner Archiv in Innsbruck, das den Großteil des persönlichen Nachlasses von Erwin Schrödinger hütet, von der Versteigerung erfahren und den Philosophen Josef Mitterer um Hilfe gebeten. Er informierte das Auktionshaus, dass die Objekte einem in Kanada lebenden Enkel des Physikers gehören würden und nicht veräußert werden dürften.

Das Dorotheum zog zunächst die zur Versteigerung geplanten Münzen und Medaillen, darunter etwa die Max Planck-Medaille aus dem Jahr 1937, zurück, später auch jene der Autographen. Man habe „aufgrund der kontroversiellen Informationen und der komplexen Sachlage – betreffend Eigentum und Pfand –, die derzeit nicht abschließend klärbar ist, entschieden, auch von der Versteigerung der Autographen Abstand zu nehmen“, wird eine Sprecherin des Auktionshauses zitiert.

Objekte aus Familiensitz in Alpbach

Laut profil sollen die Objekte aus dem Familiensitz in Alpbach stammen. Dort will sie auch ein Enkel Schrödingers, der in Kanada lebende Leonhard Braunizer gesehen und festgestellt haben, dass sie fehlen. „Das waren genau die Sachen, die nun im Auktionshaus aufgetaucht sind: seine Max-Planck-Medaille, sein Mitgliedsausweis der päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Vatikan, die Geburtsurkunden meines Stiefgroßvaters Arthur March“, wird er zitiert.

Wie die Objekte ins Auktionshaus kamen ist unklar. Das Dorotheum machte keine Angaben über den Verkäufer. Gegenüber profil hat eine Frau zugegeben, die Gegenstände ins Dorotheum gebracht zu haben. Diese hatte früher eine Wohnung an eine Enkelin Schrödingers vermietet.

Braunizer würde die Fundstücke gerne dem Brenner Archiv in Innsbruck aushändigen, dem er vor zwei Jahren bereits Schrödingers persönlichen Nachlass als Leihgabe für 25 Jahre vermachte. Der wissenschaftliche Nachlass des Physikers befindet sich an der Universität Wien. (APA)


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