Fast 3000 Jahre alt: Mumien von Löwenbabys in Ägypten entdeckt

In einer Gegend in Ägypten, in der es vor Tiermumien nur so wimmelt, machen Forscher eine besondere Entdeckung. Sie finden erstmals mumifizierte Löwenbabys in einer Grabkammer. Die Relikte geben Einblick in die Gedankenwelt der alten Ägypter.

Die Tiere in den Mumien waren etwa acht Monate alt.
© dpa

Kairo – Die alten Ägypter sind dafür bekannt, dass sie menschliche Körper mit der Mumifizierung vor dem Zerfall schützen wollten – aber auch bei Tieren wurde diese Technik angewandt. Archäologen haben in Ägypten eine Grabkammer mit mehr als 75 Katzenstatuen und zahlreichen mumifizierten Tieren gefunden.

Das Besondere an dieser Entdeckung: Unter den Tier-Mumien finden sich vermutlich erstmals auch Löwenbabys. Die fünf mutmaßlichen Löwenmumien stammten aus dem siebten Jahrhundert vor Christus, teilte Antikenminister Chalid al-Anani bei der Präsentation des außergewöhnlichen Fundes nahe Kairo mit.

Premierenfund

Die Grabkammer sei in der bekannten Nekropole Sakkara am Nil gefunden worden, wo Hunderttausende Tiere geopfert und in Gräbern deponiert wurden. Wenn sich die vorläufigen Untersuchungen bestätigten, wäre es das erste Mal, dass mumifizierte Löwenbabys in Ägypten gefunden worden seien, sagte der Generalsekretär des ägyptischen Hohen Antikenrates, Mustafa Wasiri.

Zwei der Mumien, die schon untersucht worden seien, ließen darauf schließen, dass die Tiere etwa acht Monate alt waren. Im Jahr 2004 hatten Forscher mit dem Fund des kompletten Skeletts eines älteren männlichen Löwen nachgewiesen, dass die Raubkatzen in der Spätzeit eine Rolle im Kult der alten Ägypter spielten. (dpa)

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