Gerhard Zeiler: Ezzes für SPÖ und Nein zum Chefposten

Als „leidenschaftlich rot“ definiert sich Manager Gerhard Zeiler. Und präsentiert sein Buch einen Tag nach dem schlechten Wahlresultat für die Partei.

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Von Karin Leitner

Wien — Am Tag nach der Steiermark-Wahl präsentiert Gerhard Zeiler in Wien ein Buch. Mit „Leidenschaftlich rot" ist es betitelt. Zeitgleich verkündet in Graz Michael Schickhofer seinen Abgang als steirischer SPÖ-Chef — ob des schlechten Resultats für die Sozialdemokraten. Über deren generellen Zustand redet der Medienmanager Zeiler, der auch Pressesprecher der einstigen SPÖ-Kanzler Alfred Sinowatz und Franz Vranitzky war — und darüber, wessen es bedürfte, damit sie wieder an Zuspruch gewinnt. Die SPÖ sei immer dann erfolgreich gewesen, wenn sie „ein klares Profil" gehabt habe; nunmehr seien die Positionen „eher verschwommen". Wozu rät er? „Soziale Gerechtigkeit" auf der Agenda zu haben, sei gut; einen Mindestlohn von 1700 Euro brutto monatlich zu fordern, „reicht aber nicht". Die Partei müsse „wieder viel stärker auf sozialen Wohnbau" setzen. Und sich dem „Kampf gegen den Klimawandel" widmen. „Ich verstehe nicht, warum sie das im Wahlkampf den Grünen überlassen hat." Bildungspolitisch nennt Zeiler ein zweites, verpflichtendes Kindergartenjahr, die „Gemeinsame Schule" der Zehn- bis 14-Jährigen und eine „flächendeckende" Ganztagsschule.

Und personell? Chefin Pamela Rendi-Wagner habe „die Loyalität der SPÖ" verdient. „Sie ist in einer schwierigen Zeit gestartet." Es sei aber „ein junges, weibliches Team" um sie herum vonnöten. Welches Signal wird mit dem langjährigen Wiener Funktionär Christian Deutsch als Parteimanager ausgesendet? „Kein gutes." Er hätte sich nicht für ihn entschieden. Würde Zeiler, der immer wieder als Parteichef im Spiel war, gerne an die SPÖ-Spitze kommen, wenn Rendi-Wagner von dieser weichen sollte? „Nein."

Wie wertet diese Zeilers Buch? Sie freue sich über das „glühende Plädoyer für die Sozialdemokratie".

Medienmanager Gerhard Zeiler im ZiB2-Interview zu seinem Buch und der Krise der SPÖ:


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