Mit Videospielen Geist und Seele heilen

Ein britischen Forschungsprojekt will Methoden finden, wie Videospiele zur Behandlung verschiedener mentaler Krankheiten eingesetzt werden können.

Symbolfoto.
© iStockphoto/AdrianHillman

Cambridge — Depression, Panikattacken, bipolare Störungen und Schizophrenie gehören zu den bekanntesten Problemen mit mentaler Gesundheit. Laut der Weltgesundheitsorganisation leidet eine von vier Personen an einer solchen Krankheit, berichtet die Internetplattform futurzone. Zwar gäbe es für alle diese Erkrankungen Behandlungsmöglichkeiten, aber nur ein Drittel der Betroffenen nimmt diese auch an. Dies möchte das Spieleentwickler-Studio Ninja Theory zusammen mit dem Psychiater Paul Fletcher von der Cambridge Universität ändern. Mit „The Insight Project" soll erforscht werden, ob und wie Videospiele die mentale Gesundheit verbessern, mit Stigmata aufräumen und aufklären können.

Das Spiel Hellblade von Ninja Theory bietet die Möglichkeit in die Rolle einer keltischen Kriegerin zu schlüfpen, die unter schweren Psychosen leidet. Die Spieler hören Stimmen, die mal lauter mal leiser, unverständlich durcheinander sprechen. Die Spielwelt verändert sich, je nach Senuas Geisteszustand. Das Spiel soll demonstrieren, wie Betroffene die reale Welt erleben. Das Studio befragte dazu Erkrankte, um eine möglichst genaue Darstellung einer Psychose in ein Spiel zu verpacken.

„Spieler identifizieren sich mit der Rolle, in die sie schlüpfen und fühlen ihre Emotionen mit", so der Medienpsychologe Thomas Wernbacher gegenüber futurzone. Das will The Insight Project nutzen, um Ängste zu erkennen und Rückschlüsse auf Spieler zu ziehen. Durch Erzählung und Design hätte Spiele die Möglichkeit Angst-Szenarien zu kontrollieren.

Neben Hellblade nehmen sich auch andere Spiele dieser Thematik an, wie etwa Fractured Minds. Das Programmieren gab der 17-jährigen Entwicklerin Emily Mitchell ein Ziel, um ihre eigenen Probleme zu bewältigen. Spieler lösen Rätsel und erleben so, wie alltägliches, etwa das Finden eines Schlüssels, zur Herausforderung werden kann. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte