SPÖ stellt nach steirischer Wahlschlappe die Weichen neu

Die steirische SPÖ setzt trotz der Wahlschlappe vom Sonntag voll auf die Karte Regierungsbeteiligung und stellt dementsprechend die personellen Weichen. Es kommen dabei ältere Semester zum Zug. Der 60-jährige Landesrat Anton Lang soll für die SPÖ die Neuauflage der Koalition mit der ÖVP mit den neuen Kräfteverhältnissen verhandeln und dann die Führung der SPÖ übernehmen.

Bis dahin führt wie angekündigt der 52-jährige Jörg Leichtfried als bisheriger Stellvertreter des zurückgetretenen Parteichefs Michael Schickhofer interimistisch die Partei. Das hat der Landesparteivorstand Montagabend mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen. Landesgeschäftsführer Günter Pirker sprach bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Lang, Leichtfried und Landesrätin Ursula Lackner von „wichtigen und richtigen Entscheidungen“.

Alle drei bedankten sich zuerst beim zurückgetretenen Parteichef Schickhofer für seinen „Einsatz, Engagement, Ehrlichkeit, Anstand und Konsequenz“. Schickhofer sei seinem Motto, das Gemeinsame und das große Ganze vor das Eigene zu stellen, treu geblieben, so Lackner. „Ich bin ein Mensch, der Verantwortung nicht abschiebt, sondern Verantwortung übernimmt. Daher ist es klar, dass ich als Spitzenkandidat der Sozialdemokratie Verantwortung für dieses Ergebnis übernehme“, mit diesen Worten hatte Schickhofer am Vormittag einigermaßen überraschend seine Ämter niedergelegt.

„Nach dem gestrigen Wahlergebnis musste ich eine Nacht darüber schlafen, es war mir wichtig mit meiner Familie, mit meiner Frau und den Kindern darüber zu reden, wie ich mein künftiges Leben gestalte“, so Schickhofer. Er habe seine Arbeit geliebt und seine Kraft gerne eingesetzt. „Aber ich nehme zur Kenntnis, dass ich mehr Unternehmer und Manager bin als klassischer Politiker.“ Nun beginne für ihn mit bald 40 Jahren ein „neuer Lebensweg“.

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SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner und die politischen Mitbewerber verabschiedeten Schickhofer mit freundlichen Worten. Interimistisch übernimmt Leichtfried die Parteiführung. Mittelfristig soll Landesrat Lang die Geschicke der Sozialdemokratie in der Steiermark übernehmen. Er machte nach dem Parteivorstand klar, dass er dies nicht nur interimistisch, sondern auf lange Sicht tun will. Zuvor soll er die SPÖ in eine neue Regierung mit der ÖVP führen, allerdings unter völlig neuen Vorzeichen. Denn die SPÖ, so wird spekuliert, wird als geschwächter Juniorpartner auf mindestens einen ihrer vier Landesräte verzichten müssen.


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