Nicht der Gipfel, sondern zu helfen, war das Ziel für drei Tiroler

Drei Tiroler machten sich für eine Hilfsaktion für eine verwitwete Tiroler Mutter auf zum Gipfel des Kilimandscharo. Einer schaffte es, unvergesslich war es aber für alle drei.

Christian Graf erreichte den Gipfel. Er hinterließ dort Kuscheltiere, das Familienfoto und einen Schutzengel samt Kerze. Eine Zeichnung der Kinder ziert jetzt ein Steinmandl am Kilimandscharo.
© Graf

Von Angela Dähling

Jenbach, Moshi –An die eigenen Grenzen gehen – als Selbsterfahrung und für einen guten Zweck. Das machten die Jenbacherin Manuela Bliem, Andreas Mähr aus Buch und Christian Graf aus Mils. Um über den gemeinnützigen Verein Hoizzwecki Geld durch Spenden und den Verkauf von Postkarten für eine 33-jährige Tiroler Mutter zu sammeln, die nach dem Tod ihres Mannes mit den gemeinsamen Kindern (vier und sechs Jahre) allein dasteht. Wie berichtet, ist die Dreierseilschaft auf eigene Kosten nach Afrika gereist, um in Tansania den 5895 Meter hohen Gipfel des Kilimandscharo zu erklimmen und dort – dem Himmel so nah – Familienfotos und Zeichnungen der Kinder für den verstorbenen Vater zu hinterlassen.

Der einzig wirklich Bergerfahrene unter ihnen ist Christian Graf, der Gastro-Mitarbeiterin Manuela Bliem und Fitnessstudiobetreiber Andi Mähr auf die Abenteuerreise vorbereitete. Inzwischen sind alle wohlbehalten und reich an Erfahrungen zurückgekehrt. „Es hat dort so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr geschneit“, berichtet Bliem von erschwerten Rahmenbedingungen. Bis auf 4200 Meter schaffte es die Jenbacherin. „Dann war ich komplett angeschlagen, hatte Nasenbluten und Schwellungen“, schildert Manuela Bliem. Für sie war damit Schluss. Andi Mähr musste sich knapp 200 Meter unterhalb des Gipfels geschlagen geben: Am Gilman’s Point auf 5685 Metern machte sich auch bei ihm die Höhenkrankheit bemerkbar. „Ich war schlapp, unkonzentriert, wusste die Geburtsdaten meiner Kinder nicht mehr“, erzählt er. Christian Graf ging daher allein bis zum Gipfel, um die Mission zu erfüllen. Eine unglaubliche und unvergessliche Erfahrung war das Bergerlebnis dennoch für alle drei. „Allerdings habe ich auch einen Kulturschock bekommen angesichts der Armut in Tansania“, sagt Bliem, die in den Armenvierteln eine Schule besuchte.

Manuela Bliem und Andreas Mähr (v. l.) auf dem Weg zum Gipfel des Kilimandscharo.
© Mähr

Das Versenden der Postkarten aus Tansania an die Spender wurde auch zu einem Problem. „Die 170 Briefmarken, die ich dafür gebraucht hätte, hatten sie nicht. 30 Karten habe ich schließlich in Tirol einwerfen müssen, aber selbst hier waren nicht so viele Marken im Postamt vorrätig“, erzählt Bliem.

Die gespendeten 6000 Euro für die Familie will Bliem auf 7000 Euro aufrunden. Helfen soll dabei auch der Christkindlmarkt beim Gasthof Walderbrücke in Absam am 8. Dezember ab 16 Uhr. Spendenkonto Hoizzwecki: IBAN AT922051000300058641.

Der Gipfel des Kilimandscharo liegt auf 5895 Metern.
© Graf

Kommentieren


Schlagworte