„Eltern berichten von Demütigungen und Gewalt“ durch Lehrpersonen

Tirols Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser erklärt, dass sich inzwischen vermehrt Eltern melden würden, “die Missstände an den Schulen zur Sprache bringen.“

Auch wenn Lehrer die Kinderrechte nicht wahren, wagen Eltern kaum eine Beschwerde.
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Innsbruck –Es gibt Lehrpersonen, die zwar den Lehrstoff vermitteln, darüber hinaus aber keinerlei Interesse für die ihnen anvertrauten Kinder aufbringen. Diese Aussage eines Lehrers hatte in der TT am letzten Sonntag für viele Reaktionen gesorgt. Nun meldet sich dazu auch Tirols Kinder- und Jugendanwältin für Tirol, Elisabeth Harasser. „Leider werden auch wir in letzter Zeit zunehmend damit konfrontiert. Es melden sich inzwischen vermehrt Eltern, die Missstände an den Schulen zur Sprache bringen.“ Mit Namen die Missstände anzuprangern, wagen allerdings nur wenige. „Viele bestehen auf Anonymität, da sie befürchten, dass Beschwerden negative Auswirkungen haben könnten, und zwar nicht nur auf die Kinder, sondern auf die ganze Familie“, so Harasser. Recht gibt die Kinderanwältin Bildungsdirektor Paul Gappmaier. der in der TT gesagt hatte, „dass die Schäden, die schlechte Lehrpersonen anrichten können, groß sind“. Bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft melden sich laut Harasser Eltern, „die von massiven Demütigungen und Beleidigungen berichten, von haarsträubenden unpädagogischen Maßnahmen, die den Kindern jegliche Freude an der Schule nehmen, von psychischer Gewalt, die ein ganzes Leben lang präsent bleiben kann. Es scheint, dass die Grundsätze der Kinderrechte noch nicht in alle Schulen vorgedrungen sind, z. B. dass das Kindeswohl immer im Mittelpunkt zu stehen hat.“

Völlig unverständlich ist für Harasser, „dass erwachsene Menschen, denen Kinder anvertraut werden, diese große Verantwortung dazu nutzen, die Schwächsten zu kränken und zu erniedrigen“.

Hilfreich wäre, wenn die Eltern von den zuständigen Behörden ernst genommen würden. „Für ein ordentliches Beschwerdemanagement ist in der Bildungsdirektion Tirol aber noch viel Luft nach oben“, sagt Harasser. „Eltern werden nicht ernst genommen, fühlen sich nicht gehört und werden im Kreis herumgereicht. Letztlich landen sie oft aber völlig verzweifelt bei uns.“ Unbedingt erwähnen will Harasser aber, „dass der Großteil der Lehrpersonen sehr engagiert ist. Es sind viele, die sich wirklich um die Kinder bemühen, die einen interessanten Unterricht gestalten und für die ihr Beruf wahre Berufung ist.“ (wa)


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