Streiks am Black Friday: Amazon-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Am Black Friday will Amazon mit Schnäppchenangeboten richtig Umsatz machen – doch ausgerechnet jetzt treten die Beschäftigten in Deutschland in einen mehrtägigen Streik. Gute Arbeit gebe es nicht „zu Schleuderpreisen“, erklärt die Gewerkschaft Verdi.

Bereits im Dezember hat der österreichische Handelsverband Beschwerde gegen Amazon wegen unfairen Geschäftspraktiken eingereicht.
© AFP

Leipzig – Am Schnäppchentag Black Friday streiken Amazon-Beschäftigte an allen Standorten in Deutschland für einen Tarifvertrag. Die mehrtägigen Streiks hätten in der Nacht begonnen, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit. Betroffen seien die Standorte Leipzig in Sachsen, Bad Hersfeld in Hessen, Koblenz in Rheinland-Pfalz, Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen und Graben in Bayern.

Nach Angaben von Verdi dauern die Streiks bis einschließlich Montag an, in Koblenz, Leipzig und Bad Hersfeld bis zum frühen Dienstagmorgen. „Amazon bewirbt den Black Friday und den Cyber Monday mit extremen Preisnachlässen“, erklärte Verdi-Handelsexperte Orhan Akman. „Die Beschäftigten bei Amazon sagen dagegen: Ihre harte Arbeit ist nicht zu Schleuderpreisen zu haben.“ Die Beschäftigten forderten einen Tarifvertrag für „existenzsichernde Löhne und gute und gesunde Arbeit“. Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden.

Der Onlineriese Amazon weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets zurück und bezeichnet sich als „fairen Arbeitgeber“. „Wir bezahlen am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist und überprüfen jährlich unsere Löhne“, erklärt das Unternehmen. Darüber hinaus gebe es zahlreiche Zusatzleistungen.

Zu den aktuellen Streiks erklärte Amazon, die Pakete kämen pünktlich an, „denn der Großteil der Mitarbeiter kümmert sich heute ganz normal um Kundenbestellungen“. Nach Angaben des Unternehmens gibt es in Deutschland 13.000 fest angestellte Mitarbeiter in den insgesamt 13 Logistikzentren, hinzu kommen Saisonkräfte während der Weihnachtszeit. (AFP)

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