Die neue Golf-Saison ist eröffnet

Der Golf 8 klopft an die Tür. Mit dynamischem Design, neuen Motoren und opulenter Serienausstattung. Auch Digitalisierung und Hybrid sind große Themen.

Ab März ist die neue Kompaktwagen-Generation von Volkswagen im Handel.
© Volkswagen AG

Von Walter Schrott

Porto –Woran erkennt man den neuen Golf? Ganz einfach: daran, dass er aussieht wie ein Golf. Aber in neuer Interpretation. Die Grundform hat VW über 45 Jahre hinweg ständig weiterentwickelt. Die stolze Bilanz: 35 Millionen sind seit der Premiere im Jahr 1974 von den Bändern gerollt. Eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die der Golf Nummer acht fortsetzen soll. Unter anderem mit einer serienmäßigen Ausstattungs-Mitgift, die aktuelle Kunden bei der Stange halten und neue Käuferschichten anlocken soll.

Optisch fährt der neue Golf, der auf der Plattform des Vorgängers steht, bei geringfügig veränderten Abmessungen (Länge plus 25 mm, Höhe minus 36 mm) noch dynamischer vor. Jedes Teil des Blechkleides wurde dafür einem Feinschliff unterzogen. Auf den zweiten Blick erkennt man die Neuerungen. Die Stirnfläche wurde abgesenkt, Kühlergrill und Scheinwerfer präsentieren sich schmaler, das kraftvolle Heck samt der golftypisch prägenden C-Säule runden den starken optischen Auftritt ab. Und dennoch ist es gelungen, den Vorgänger nicht alt aussehen zu lassen.

Die große Revolution spielt sich unter der Hülle ab, wo im blitzsauber verarbeiteten Cockpit umfassende Digitalisierung Einzug gehalten hat. Damit ist der neue Golf auch für die Zukunft bestens gerüstet. Das digitale Cockpit setzt auf intuitive Bedienung. Viele Schalter und Knöpferl haben sich verabschiedet, es wird gewischt wie beim Handy oder auf Touchscreens getippt, um Funktionen zu steuern. Alles auf Höhe der Zeit, auch wenn Auto-Nostalgiker vielleicht den Drehreglern für Radio und Klimaanlage nachtrauern werden. Um die Bedienung noch einfacher zu machen, ist eine freundliche Stimme an Bord. Sie hört auf die Ansprache „Hallo Volkswagen“ und erfüllt per Sprachsteuerung (fast) alle Wünsche akkurat: „Radio aus, Heizung auf 22 Grad, bitte zur nächsten Tankstelle!“ Aber dafür heißt es schön sprechen. Der Tiroler muss seinen Dialekt kurzfristig ablegen, sonst streikt die Dame, wie wir festgestellt haben.

Neuordnung bei den Ausstattungslinien: Beim 8er gibt es jetzt die Versionen „Golf“, „Life“ und „Style“ sowie eine sportliche „R-Line“-Ausstattung. Und die Wolfsburger sind in die Spendierhosen geschlüpft. Schon in der Basisversion sind LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, ein schlüsselloses Startsystem, ein digitales Cockpit, mobile Online-Dienste, ein Multifunktionslenkrad und die Klimaautomatik serienmäßig an Bord. Ebenso der Spurhalteassistent „Lane Assist“, ein neuer Abbiegeassistent, das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion und vorausschauendem Fußgängerschutzsystem sowie Car2X. Einige Optionen, wie das supermoderne Matrix-Licht, ein Harman-Kardon-Soundsystem oder ein Head-up-Display, sind dann kostenpflichtig. Später gesellen sich die Modelle Golf GTI, GTI CUP, Golf GTD, Golf GTE und Golf R zur Familie.

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Rekordverdächtig ist das Triebwerksangebot mit überarbeiteten oder neuen Aggregaten und fünf Hybriden: Zum Marktstart gibt es einen 1.5-TSI-Benziner mit 130 oder 150 PS, einen 48-Volt-Mildhybrid mit 150 PS sowie einen 2.0-Turbodiesel mit 115 und 150 PS. Für die Kraftübertragung sind je nach Version 6-Gang-Schaltgetriebe bzw. eine 6- und 7-Gang-Doppelkupplung zuständig. Der 130-PS-Benziner verfügt über eine spritsparende Zylinderabschaltung. Weitere Benzin- und Dieseltriebwerke sowie Plug-in-Hybridler folgen 2020. Ebenso die Allradversion 4Motion. Das Leistungsspektrum reicht von 90 bis 333 PS.

Auf ersten Testrunden hat der Wolfsburger rundum überzeugt. Spritzige Motoren, ein fein ausbalanciertes Fahrwerk und die präzise, direkte Lenkung (optional Progressivlenkung) sorgen für souveräne Fortbewegung unter allen Bedingungen. Ganz toll die adaptive Fahrwerksregelung DCC. Damit lassen sich ganz nach Lust und Laune die Einstellungen Comfort, Eco, Sport und Individual abrufen. Die Preise sind noch nicht fixiert, der Einstieg soll aber unter 22.000 Euro liegen. Der Vorverkauf läuft ab sofort, Markteinführung ist im März.


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