Toyota Supra: Was lange währt, wird richtig gut

Endlich können die Fans des Toyota Supra wieder aufatmen. 18 Jahre nachdem die vierte Generation des legendären Nippon-Sportlers eingestellt wurde, rollt sein Nachfolger in die heimischen Schauräume.

Obwohl der aktuelle Toyota Supra über ein völlig eigenständiges Design verfügt, erkennt man sofort die Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger.

Von Lukas Letzner

Arzl im Pitztal – Wenn man sich heutzutage über Autos von Toyota unterhält, dann gehört der Hybridantrieb meist zu den wichtigsten Themen. Dass die Japaner auch fulminante Reihensechser im Angebot haben, vergisst man nur allzu leicht. Zugegeben: Der Antriebsstrang, auf den wir hier noch näher eingehen wollen, stammt eigentlich aus Bayern, denn Toyota hat sich die Technik kurzerhand von BMW ausgeliehen – und dennoch: Die Nippon-Ingenieure haben dem Turbo-Benziner einen ganz eigenen Charakter verpasst. Doch beginnen wir am Anfang: Wir durften kürzlich Toyotas Parade-Sportler – dem Toyota Supra – unter die Motorhaube schauen. Wem dieses Modell kein Begriff ist, der braucht sich nicht zu wundern. Immerhin ist es 17 Jahre her, dass der Vorgänger eingestellt wurde. Heuer war es dann endlich so weit und die Japaner rollten die fünfte Generation des Toyota Supra in die Schauräume der Händler.

Die Optik ähnelt dem Vorgänger sehr, obwohl das Design völlig neu ist. Die lange Haube, das kurze Heck und die auffälligen Schweller sorgen dafür, dass man die sehr gelungene Neuinterpretation des Vorgängers auf Anhieb erkennt.

Als wir uns das erste Mal in den sportlichen Fahrersitz fallen lassen, kommt uns der Innenraum doch irgendwie bekannt vor. Das liegt allerdings vor allem daran, dass wir gelegentlich in der Konkurrenz sitzen dürfen. Auch hier hat man sich nämlich die Technik der Bayern – genauer gesagt des BMW Z4 – zunutze gemacht. Daher wurden fast alle Schalter, Drehknöpfe und Zierelemente von ihm übernommen. Dass das aber kein Nachteil ist, findet man spätestens dann heraus, wenn man durch die Menüs des iDrive-Systems von BMW navigieren darf. Zudem kann man über einen adaptiven Tempomaten, Ledersitze, ein Head-up-Display, adaptive LED-Scheinwerfer und noch vieles mehr verfügen. Wer jetzt allerdings den Eindruck bekommt, dass es sich beim Supra um eine reine Bayern-Kopie handelt, der irrt sich gewaltig. Im Gegenteil: Genau an den Stellen, wo es wichtig war, haben die Ingenieure und Designer aus Japan dem Supra ihre eigene Note aufgedrückt. Das betrifft beispielsweise das Design des Tachos oder aber die Charakteristik des Antriebs. Der 3,0-Liter-Reihen-Sechser leistet auch im Toyota seine 340 PS und schickt sein maximales Drehmoment von 500 Nm ausschließlich an die hinteren Räder. Doch im Gegensatz zum Z4 – der doch eher ein Luxus-Roadster ist – versteht es der Toyota, reinrassiges Rennstrecken-Feeling zu verbreiten.

Den Druck auf den Start-Knopf quittiert der Supra mit einem kernigen Sound und schon im Stand merkt man, was in ihm steckt. Den Sprint auf Tempo 100 bekommt man kaum mit, denn nach 4,3 Sekunden sollte man – der IGL-Beschränkung sei’s gedankt – den rechten Fuß zügeln. Wem der Standard-Trim zu lasch ist – dieser eignet sich allerdings wunderbar für den täglichen Arbeitsweg –, der kann den Fahrerlebnisschalter auf Sport stellen. Dann spannt der Supra jede Faser seines stählernen Körpers an und reagiert noch direkter auf etwaige Befehle. Dann verschlingt er vor allem kurvige Landstraßenkilometer mit Bravour und zaubert dem Fahrer schon nach wenigen Kilometern ein Lächeln ins Gesicht. In jeder Fahrsituation fühlt sich der Supra äußerst agil an, liegt perfekt auf der Straße – und das, ohne seinen Fahrer zu überfordern.

Sportlich finden wir übrigens auch die Sicherheitsausstattung, die der schnittige Japaner an Bord hat. Ob Spurhalteassistent, Fernlichtassistent, Rückraumassistent oder adaptiver Tempomat, im Supra hat man alles mit dabei.

Wer den Supra nicht nur Probe fahren will, sollte wissen, dass man mindestens 71.900 Euro übrig haben sollte. Dafür ist schon so gut wie alles, das man sich wünschen kann, an Bord.


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