Veith feiert Comeback im Weltcup: „Skifahren braucht Geduld und Zeit“

Während Mikaela Shiffrin beim Heimrennen den Sieg-Rekord von Annemarie Moser-Pröll ins Visier nimmt, feiert Anna Veith erneut ihre Rückkehr auf die Rennpiste.

Zurück auf der Piste: Anna Veith geht mit gedämpften Erwartungen in ihr Comeback-Rennen.
© gepa

Killington – Dreimal hat Mikaela Shiffrin den Weltcup-Slalom in Killington schon gewonnen, am Samstag (15.45/19.00 Uhr MESZ/live TT.com-Ticker) geht sie auf ihren ersten Riesentorlauf-Erfolg in ihrer näheren Heimat los. Die neuseeländische Sölden-Überraschungssiegerin Alice Robinson plant nach einer Knochenprellung im Knie ein Antreten, im ÖSV-Team gibt Anna Veith ihr Comeback nach dem Kreuzbandriss von Mitte Jänner.

Shiffrin hat Pröll-Rekord im Visier

Beim Gletscherauftakt war Shiffrin Zweite geworden, das Rennen fand allerdings nur wenige Tage nach dem Tod ihrer Großmutter Pauline statt. Als Gewinnerin des Levi-Slaloms übernahm die Gesamtweltcupsiegerin wieder die Führung im Kampf um die große Kugel, diese könnte sie am Wochenende weiter ausbauen. Die Weltcupsiege Nummer 62 und 63 sind möglich. Fällt die 62, wird sie in der Langzeit-Statistik mit der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll gleichziehen.

Ganz andere Gedankengänge hat Veith nach überstandener dritter schwerer Knieverletzung. „Körperlich geht es mir extrem gut, aber Skifahren ist noch einmal was anderes, das braucht Geduld und Zeit. Aber ich bin in einem Alter, wo es noch möglich ist, ich wollte noch nicht aufgeben“, schilderte sie. „Es ist nicht nur, sich zu quälen, es ist auch, die Freude zu spüren, dass man sich jeden Tag verbessern kann. Zu spüren, dass das, was ich mache, einen Sinn hat.“ Die Salzburgerin vermisste es, „das Adrenalin zu spüren“. In der vergangenen Saison sei sie im Riesentorlauf auf einem gutem Weg gewesen, die Verletzung habe sie freilich wieder weit zurückgeworfen.

Stark auf dem Weg nach vorne unterwegs ist hingegen Teamkollegin Franziska Gritsch, die in Sölden als Siebente überraschend beste Österreicherin war. Im Torlauf in Finnland war die Tirolerin 14. „Für mich ist es richtig cool, ich bin in beiden Disziplinen so lässig in die Saison gestartet. Das motiviert natürlich zusätzlich. Man weiß, dass man was draufhat.“ Im Riesentorlauf will sie sich weiter stabilisieren. „Ich möchte da ein bisschen am Boden bleiben. Stabilisieren und Schritt für Schritt nach vorne.“

Brem und Haaser haben etwas gutzumachen

Ramona Siebenhofer, Zehnte in Sölden, lässt den Riesentorlauf in Killington aus, Katharina Truppe will als drittbeste Österreicherin des Auftakts (19.) nachlegen. In Levi war sie als Dritte erstmals auf das Weltcup-Podest gekommen. „Es war von Anfang an mein Ziel, dass ich das Podium schaffe. Dass es so schnell gekommen ist, war unerwartet. Es war ein besonderer Tag, ich habe es genossen“, sagte die Kärntnerin rückblickend auf den Slalom. Sie weiß aber auch: „Killington fangt wieder von Null an. Mit dem Hang kämpfe sie schon seit drei Jahren. Wir mögen uns nicht. Ich hoffe, es ändert sich am Samstag. Im Slalom schaut es anders aus, da bin ich voriges Jahr Neunte geworden.“

Etwas gutzumachen haben nach ihren verpatzen Saisonstarts die Tirolerinnen Eva-Maria Brem (25.) und Ricarda Haaser (28.). Das Training in Copper Mountain verlief gut, Brem sprach von einem vor allem gegen Ende hin schon sehr guten Gefühl. „Es ist immer besser gegangen und hat ein paar Mal richtig Spaß gemacht. Das gibt ein gutes Gefühl. Aber entscheidend und unser Job ist, ein gutes Rennen zu fahren.“ Groß ist auch die Vorfreude auf die Zuschauerkulisse. „Die Stimmung ist immer mega, es sind brutal viele Leute hier.“ (APA)


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