Perus Oppositionsführerin Fujimori aus Gefängnis entlassen

Die peruanische Oppositionsführerin Keiko Fujimori ist nach über einem Jahr in Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuß. Nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichts des südamerikanischen Landes verließ die 44-Jährige am Freitag das Frauengefängnis in Chorrillos im Süden von Lima, wie die Nachrichtenagentur Andina berichtete.

Der Gerichtshof hatte am Montag entschieden, dass die Untersuchungshaft nicht gerechtfertigt sei, da keine Verdunklungsgefahr bestehe. Eine Entscheidung in der Sache fällte das Verfassungsgericht allerdings nicht. Ihr Mann, der US-Bürger Mark Vito, war vor der Haftanstalt aus Protest gegen die Festhaltung seiner Frau in Hungerstreik getreten.

Fujimori war im Oktober vergangenen Jahres wegen Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden. Die Vorsitzende der rechten Partei „Fuerza Popular“ (FP) soll im Wahlkampf 2011 illegale Zahlungen vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben. Die Firma steht im Mittelpunkt eines der größten Korruptionsskandale Lateinamerikas und war auch in Peru an einer Reihe öffentlicher Aufträge beteiligt. Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren peruanischen Machthabers Alberto Fujimori (1990-2000), der eine 25-jährige Haftstrafe wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen verbüßt.

Im Kampf gegen die weit verbreitete Korruption ist Perus Präsident Martín Vizcarra zuletzt mit dem von Fujimoris FP kontrollierten Kongress aneinandergeraten. Weil er sich in seinen Bemühungen gegen Günstlingswirtschaft und Mauscheleien von den Abgeordneten ausgebremst sah, löste er das Parlament auf und setzte für Jänner Neuwahlen an. Nach der Freilassung ihrer Vorsitzenden könnte die FP nun gestärkt in die Abstimmung gehen.

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