„Salzburg Orchester Solisten“ in Innsbruck: Bach bis in die Zehen

Benjamin Schmid und die „Salzburg Orchester Solisten“ in Innsbruck.

Großer Beifall für Violinist Benjamin Schmid (m.) in Innsbruck.
© Chó

Innsbruck –Es lässt sich darüber diskutieren, ob dieser Konzerttermin günstig angesetzt war: Samstag um 18 Uhr, eine Stunde bevor nebenan im Landestheater die Premiere von Puccinis „Il trittico“ in Szene ging. Völlig unbestritten ist aber dies: Wer sich vorgestern Abend zu Ausnahme-Geiger Benjamin Schmid und den Salzburg Orchester Solisten ins Haus der Musik begab, wurde reichlich belohnt.

Violin-Virtuose Schmid und das exzeptionelle Kammerensemble aus der Mozartstadt zeichneten den unermesslichen Wirkungskreis nach, den Johann Sebastian Bach 270 Jahre nach seinem Tod in der Musikwelt noch immer zieht. Die Rekonstruktion eines verlorenen Bach-Originals (Doppelkonzert für Oboe und Violine, BWV 1060R) sowie Bach-Zitate jüngeren Datums von Alban Berg (Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“, 1935) und Harrison Birtwistle („Bach Measures“, 1996) offenbarten tief berührende Musizierkunst.

Schmid, in der Doppelrolle als Solist und Orchesterleiter auf das Höchste gefordert, trieb Bergs Violinkonzert in die nächste Dimension. Auf Zehenspitzen, mit geschlossenen Augen, verlieh er diesem Abschiedsgeleit an eine schon mit 18 Jahren Verstorbene innigen Ausdruck. Große Musik auf den Spuren eines der Größten. (mark)

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