Mitfahrbörse “ummadum“ soll beim Kilometersparen helfen

Klima- und Modellregion Alpbachtal setzt jetzt auf das Projekt „ummadum“, das im Raum Schwaz und Wattens erprobt wurde.

Christina Ascher, Rainer Unger, Johannes Steiger, BM Bernhard Zisterer (Kramsach) und BM Rudi Puecher aus Brixlegg (von links) stellten die Mitfahrbörse vor.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Kramsach –Das Problem ist bekannt: Auch in der Region Kramsach nimmt der Verkehr immer mehr zu. „Wir wollen den überbordenden Individualverkehr in der Region einbremsen“, sagt Rainer Unger vom Modellregionsmanagement KEM Alp­bachtal. „Der durchschnittliche Besetzungsgrad pro Fahrzeug liegt bei 1,25 Personen“, so Unger. Das will man mit der Ride-Sharing-Plattform „ummadum“ ändern. „In der Region Wattens-Schwaz wurde sie ein Jahr lang getestet und es wurden über 50.000 Kilometer geteilt, was eine Ersparnis von neun Tonnen Kohlendioxid bedeutet“, berichtet Johannes Steiger von der „ummadum Gmbh“. Im Jänner wird das System im Pitztal zum Einsatz kommen, im Zillertal und im Stubaital sei man mit den Vorbereitungen dafür schon sehr weit. 1000 Punkte würden zehn Euro kosten, was einem Aktionsradius von 100 Kilometern entspricht. Und Steiger bringt die Vorteile auf den Punkt. Es gehe um ein Anreizsystem, den Schulterschluss und die App als Mobilitätscockpit. Er hofft, dass auch in dieser Region viele Händler dafür gewonnen werden können. Erste Erfolge gebe es bereits, versichert Rainer Unger. Er will eine Plakataktion starten, um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen.

„Das Projekt macht Sinn“, betonen auch die beiden Bürgermeister Bernhard Zisterer (Kramsach) und Rudi Puecher (Brixlegg). In der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs – und hier vor allem in der Vernetzung – sieht BM Zisterer wesentliche Chancen. Statistisch gesehen habe Kramsach 1762 Auspendler und 1458 Einpendler. Für BM Puecher ist der Bahnhof Brixlegg „die“ Drehscheibe. 125 Abstellplätze könne dort die Bundesbahn anbieten, bis zum Jahr 2021 sind es 38 weitere Plätze. „Im Visier haben wir aber 109 zusätzliche Parkplätze“, sagte der Brixlegger Gemeindechef. Vor allem die jüngere Generation sei für das Bahnfahren aufgeschlossen.

Unterstützung für die Klima- und Energiemodellregion Alpbachtal, der Kramsach, Brixlegg, Reith und Alpbach angehören, gibt es auch von der Bürgerinitiative „Xund’s Leben in Kramsach“. Christina Ascher beruft sich auf eine Zählung im Unterberger-Kreisverkehr, bei der innerhalb von 24 Stunden 17.681 Pkw und 898 Lkw registriert wurden. „Wir haben horrende Rückmeldungen“, sagte sie bei der Pressekonferenz. „Wenn in der Nacht alle 5,9 Minuten ein Lkw vorbeidonnert, ist es für viele Anrainer mit dem Schlaf vorbei“, stellte sie fest. In der Kritik war dabei auch der Umwegtransport. „Vermutlich haben wir ein zu gut ausgebautes Straßennetz“, war ihre Folgerung aus der Situation.


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