„Frederick“ im Brux: Ein Regal voll Sonnenschein

Der Bilderbuchklassiker „Frederick“ als Kinderstück im Brux.

Von einer Maus fürs Leben lernen: Florian Hackspiel und Marlene Heiß in „Frederick“.
© Daniel Jarosch

Innsbruck –Als Bilderbuch ist die von Leo Lionni ersonnene Geschichte von Frederick der Maus, die Farben und Worte sammelt, ein Klassiker. Vor gut fünf Jahrzehnten erstmals erschienen, lernten Generationen von angehenden Leserinnen und Lesern seither, dass es zum Überleben mehr braucht als (Über-)Lebensmittel. Auf die richtige „Work-Life-Balance“ kommt es an. Und darauf, dass man ausreichend Sonne gesammelt hat, um dunklen Stunden zu trotzen.

Florian Hackspiel und sein „Theater Melone“ erzählen die Geschichte der Maus mit Muse derzeit als Stück für Kinder ab vier Jahren im Innsbrucker Brux als stimmig-stimmungsvolles Solo mit Klavierbegleitung. Ein einfaches Regal schwedischer Machart wird zum Mauermäuseheim, zum Vorratsbunker (Bühne: Thomas K. Mörschbacher). Der Winter kündigt sich hochdramatisch an, droht in tödlicher Depression zu enden – und gipfelt doch noch in einer kunterbunten Farbexplosion.

Hackspiel, der neben der Regie auch die Spielfassung verantwortet, spielt Frederick samt Feldmausfamilie gleich selbst. Nur einen Mäuse-Part überlässt er der Pianistin Marlene Heiß, die das Stück als Erzählerin einleitet und am Klavier für mal expressiv-tragische, dann heiter verspielte Stimmung sorgt. Kompositionen von Schumann, Schubert, Debussy und Chopin wurden passgenau in die feine Choreografie eingearbeitet: ein großer Spaß, nicht nur für die Kleinen.

Hochmusikalisches verspricht auch das zweite „Melone“-Projekt im Brux: Unter dem Titel „Agorá“ trifft morgen Freitag Kunstlied auf Poetry Slam. Angekündigt haben sich u. a. der international renommierte Tenor Paul Schweinester, Gärtnerplatz-Solistin Anna-Katherina Tonauer und Johanna Kröll, die als „Hierkönntemein Namestehen“ vor wenigen Wochen die österreichische Slam-Meisterschaft gewann. Beginn ist 20 Uhr. (jole)

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