Serfaus-Fiss-Ladis: Erfolgsgeschichte am Plateau begann vor 20 Jahren

Die Seilbahnen Serfaus-Fiss-Ladis haben seit dem Zusammenschluss 380 Mio. Euro investiert. Die Nächtigungszahlen kletterten um 60 Prozent.

Das 1999 fusionierte Skigebiet mit 212 Pistenkilometern ist Basis für den touristischen Erfolg und wichtigste Erwerbsquelle am Plateau.
© Zangerl

Serfaus, Fiss, Ladis –Es waren drei einst arme Bergdörfer, die spätestens vor 60 Jahren die Erwerbsquelle Fremdenverkehr entdeckt haben. Seit 1999 machen Serfaus, Fiss und Ladis gemeinsame Sache und hoben „Tirols Skidimension“ aus der Taufe. Nicht weniger als 380 Mio. Euro haben die Seilbahner in den vergangenen 20 Jahren investiert. 470 Millionen Gäste nutzten die Seilbahnen und Lifte im Winter, 35 Millionen im Sommer. 2,53 Millionen Nächtigungen im Tourismusjahr 2018 (Landesstatistik) bedeuten eine Steigerung von 60 Prozent gegenüber 1999.

Erste Überlegungen zum Zusammenschluss tauchten in den 1970er-Jahren auf. Doch zahlreiche Versuche und Anläufe sind zunächst gescheitert. Erst kurz vor der Jahrtausendwende konnte die Kooperation besiegelt werden. Es war der 11. Dezember 1999, als die damaligen Geschäftsführer Lois Geiger (Fiss) und Georg Mangott (Serfaus) das Eröffnungsband bei der „Sunliner“-Bergstation durchtrennt haben. Beim historischen Akt mit dabei waren die Bürgermeister Markus Pale, Toni Netzer sowie Landeshauptmann Wendelin Weingartner.

Tags darauf, am 12. Dezember, war Saisonstart. Alle Gäste durften sich über einen Gratis-Skitag freuen. Geschäftsführer Stefan Mangott, damals Betriebsleiter der Serfauser Komperdellbahn, erinnert sich: „Wir haben mit 20 bis 40 Bussen gerechnet. Ab 5 Uhr in der Früh sind dann 250 Busse gekommen, vorwiegend aus Deutschland. Das Chaos war perfekt. Schon am Vormittag waren im Skigebiet keine Getränke und Würsteln mehr zu bekommen.“ Noch dazu habe es wenig Schnee gegeben und die Fisser Schönjochbahn habe man wegen heftiger Windböen einstellen müssen.

Doch der wenig gelungene Start konnte die Bilanz des Zusammenschlusses nicht trüben. Das hoben die Geschäftsführer der Fisser Bergbahnen, Benny Pregenzer und Hubert Pale, sowie ihre Kollegen von der Serfauser Komperdellbahn, Georg Geiger und Stefan Mangott, im gemeinsamen Rückblick hervor. Man habe in die Qualität der Infrastruktur investiert und sich als Ferienregion speziell für Familien positioniert. „Heute sind wir die führende Familiendestination im Alpenraum.“ Zahlreiche internationale Awards würden das bestätigen.

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Der gemeinsame Skipass war 1999 die Eintrittskarte in eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Tirols. Die Gäste konnten 53 Liftanlagen mit einer Gesamtförderleistung von 60.000 Personen pro Stunde sowie 160 Pistenkilometer nutzen. Heute stehen 70 Liftanlagen und 212 Pistenkilometer zur Verfügung, die Beförderungskapazität liegt aktuell bei 90.000 Personen pro Stunde.

Zu Beginn lag das Investitionsvolumen für den Winter 99/2000 bei rund 250 Mio. Schilling (18 Mio. Euro). Inzwischen entstanden auch 24 Gastronomiebetriebe, 119 Kilometer Langlaufloipen, sieben Funparks, 30 Förderbänder, zehn Kilometer Rodelbahnen sowie 70 Kilometer Winterwanderwege. Dazu kommt die längst unverzichtbare Beschneiungsanlage mit 1150 Schneekanonen.

„Der Zusammenschluss war ein Gebot der Stunde, ein Schritt der Vernunft“, resümieren Mangott und Pregenzer. Künftige Herausforderungen würden im nachhaltigen Wachstum liegen. Qualitäts- und Komfortverbesserungen im Skigebiet sowie die Lösung von Verkehrsproblemen „bleiben eine Daueraufgabe“. (za)


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