Ein Feuerwerk zum Abschied: Kostner verlässt Musikkapelle Wilten

Peter Kostner dirigiert am 28. Dezember zum letzten Mal die Stadtmusikkapelle Wilten.

© Thomas Boehm / TT

Innsbruck –Sein Name ist untrennbar mit der Tiroler Musikszene und hier vor allem mit der Volksmusik in all ihren Spielarten verbunden: Peter Kostner, seit 36 Jahren Moderator, Sendungsgestalter und Musikaufnahmeleiter für Volks- und Blasmusik im ORF-Landesstudio Tirol sowie Professor für Musikpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Tirol, widmet auch seine karge Freizeit der Musik. Als Vorstandsmitglied im Tiroler Volksmusikverein bringt er ebenso seine Expertise ein wie als gefragter Juror sowie Referent bei Workshops und Fortbildungsveranstaltungen im musikpädagogischen, blas- und volksmusikalischen Bereich.

Und dann ist da ja auch noch die Stadtmusikkapelle Wilten, deren Kapellmeister der Hattinger seit nunmehr 25 Jahren ist. Mit den berühmten Rotjacken hat Kostner zahlreiche Erfolge gefeiert, glanzvolle Konzerte und viel beachtete Auftritte im In- und Ausland absolviert. Dabei legte er immer besonderes Augenmerk auf eine „österreichische Klangfarbe und Literaturauswahl, um einer austauschbaren Blasmusiklandschaft entgegenzuarbeiten“, wie Peter Spanblöchl, der Obmann der Wiltener, die Arbeit Peter Kostners am Dirigentenpult beschreibt. Außerdem habe er die zeitgenössische Blasmusik durch mehrere Auftragswerke an internationale und heimische Komponisten gefördert.

So viel Lob ist dem Multi-Instrumentalisten – Kostner spielt nicht nur Flügel- und Tenorhorn, sondern auch Harfe, Hackbrett und Posaune – gar nicht recht. Sein Motto lautet: „Versuche im Leben zu gestalten, aber nimm dich dabei selbst nicht zu wichtig.“ Deshalb zeichne ihn „neben Perfektionismus, Professionalität und Konsequenz besonders seine menschliche Art aus“, sagt Spanblöchl, „der Sinn für soziales Zusammenleben, der Blick auf das Wahre, nicht nur was die Funktion eines Vereines angeht, sondern auch im täglichen Leben. Wir Wiltener sind seine Wege immer gerne mitgegangen.“

Sein Wille, bestmögliche Musik zu produzieren, hat die Stadtmusikkapelle Wilten zu einer ganzen Reihe an musikalischen und gesellschaftlichen Höhepunkten geführt. Und es wäre nicht Kostner, wenn er sich nicht mit einem Glanzlicht von seinen Wiltenern und vom Publikum verabschieden würde: Am Samstag, 28. Dezember, schwingt er im Saal Tirol des Congress Innsbruck zum letzten Mal den Taktstock. Das von ihm vor Jahren aus der Taufe gehobene „Feuerwerk der Blasmusik“ wird so zum Abschieds-Feuerwerk. Ins Programm hat der scheidende Kapellmeister, seiner programmatischen Linie treu bleibend, heimische österreichische, der Tiroler Tradition entsprechende Werke gerückt und mit internationaler Symphonik sowie guter Unterhaltungs-Blasmusik vermischt. So erklingt die „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppè genauso wie der „Zeisler Krippenwalzer“, der „Schönfeld-Marsch“ von Carl Michael Ziehrer oder das Unterhaltungswerk „American Graphity“ in einem Arrangement von Naohiro Iwai.

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Nach der letzten Zugabe werden wohl ein paar Tränen verdrückt. Peter Spanblöchl hat sich namens der Musikantinnen und Musikanten schon im Vorfeld bei Peter Kostner bedankt – „für die vergangenen 25 Jahre voll Kameradschaft, beglückender Momente, aber auch für die harte Arbeit, die wir gemeinsam erleben durften“. (mz)


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