Druck auf Bürgermeister wegen illegaler Zweitwohnsitze wächst

Bei einem Diskussionsabend der Liste Fritz in Westendorf machten Bürger ihrem Unmut über die Umgehung der Gesetze in Tirol Luft.

An die 50 Personen waren in Westendorf in den Jakobwirt gekommen, um mit LA Markus Sint von der Liste Fritz über die Problematik der illegalen Freizeitwohnsitze zu diskutieren.
© Angerer

Von Harald Angerer

Westendorf –Es ist ein Thema, das die Gemeinden und die Bürgermeister derzeit nicht mehr loslässt. Seit einigen Monaten ist die Diskussion um illegale Freizeitwohnsitze entbrannt und die Bürgermeister befinden sich mittendrin. Denn sie sollten die Wohnsitze kontrollieren, die Gemeindeoberhäupter verweisen aber immer wieder darauf, dass ihnen nur stumpfe Werkzeuge dafür zur Verfügung stehen.

Die Liste Fritz hat sich des Themas angenommen und am Mittwoch den bereits zweiten Diskussionsabend zu dem Thema im Bezirk veranstaltet. Dieses Mal war man in Westendorf zu Gast, wohl nicht ohne Grund, ist es doch einer der Freizeitwohnsitz-Hotspots.

„Die Bürgermeister sind für die Kontrolle zuständig, aber das Land hat es sich auch einfach gemacht“, sagt LA Markus Sint von der Liste Fritz. Es brauche deshalb die Hilfe der Bürger, die er dazu aufruft, den Bürgermeistern Verdachtsfälle zu melden. „Dann müssen die Bürgermeister reagieren“, ist Sint überzeugt. Dass nun der Kitzbüheler Bezirkshauptmann eine Checkliste als Leitfaden für die Ortschefs erstellt, freut ihn. Jedoch habe der Tiroler Landtag bereits im Oktober auf Antrag der Liste Fritz beschlossen, die Landesregierung möge eine solche Checkliste erstellen. „Hoffentlich haben wir dann nicht irgendwann mehrere solcher Listen“, sagt Sint. Bürgermeisterin Annemarie Plieseis setzt viele Hoffnungen in die Liste: „Wir brauchen hier einfach Hilfe.“ Es sei aber völlig klar, dass kontrolliert werden müsse.

„Was passiert dann mit den Villen, falls ein solcher illegaler Freizeitwohnsitz nachgewiesen wird? Denn die 4000 Euro Strafe wird denen nicht weh tun“, wollte einer der Zuhörer wissen. Auch Sint ist der Meinung, dass die Strafe selbst nicht abschreckend ist. „Aber es muss dann der rechtlich genehmigte Zustand wiederhergestellt werden“, betont der Landtagsabgeordnete. Damit würde Bewegung auf den Wohnungsmarkt kommen. Auch gehen Plieseis und Sint davon aus, dass sich die Kontrollen schnell herumsprechen würden und sich das dann auf den Preis der Immobilien auswirken würde, da die Nachfrage sinken könnte.

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„Dass Einheimische kontrollieren gehen müssen, ist doch eine primitive Art“, kritisiert ein weiterer Zuhörer. Er sieht die Politik gefordert, hier Lösungen zu finden. Es gebe offensichtlich rechtliche Lücken, welche ausgenützt werden.


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