Es bröckelt an allen Ecken: Gesperrte Kronburg ist Sanierungsfall

Der Burghügel ist gesperrt, einsturzgefährdete Mauern bedrohen den Wanderweg hinauf zur Ruine Kronburg. Das Zammer Kloster bemüht sich nun um eine Gesamtsanierung. Die dürfte teuer werden.

Die Stützmauer beim oberen Eingangstor zur Kronburg ist bereits zum Teil ausgebrochen. Der Burghügel wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Zams –Steinbrocken liegen am Steig, Teile des Mauerwerks sind bereits herausgebrochen – eine Wanderung hinauf zur Ruine Kronburg bedeutet derzeit Lebensgefahr. Davor warnt auch ein Schild knapp hinter dem Gasthaus Kronburg. Die jahrhundertealte Wehranlage, ein beliebtes Ausflugsziel bei Familien, ist nicht mehr sicher. Der Burghügel wurde gesperrt. „Es ist eine Haftungsgeschichte“, erklärt Raumplaner Andreas Falch im Auftrag der Barmherzigen Schwestern diesen Schritt. Der Zammer Orden ist Eigentümer der Liegenschaft. „Bei einer Überprüfung hat sich gezeigt, dass bei einer Stützwehr die Standfestigkeit nicht mehr entspricht“, so Falch. Das war vor rund einem Jahr. „Freude haben wir nicht damit. Es ist ein öffentlicher Platz, die Leute auszusperren, war nie das Ziel.“ Für ihn ist es ein „Identifikationsort“ für die gesamte Region. „Wenn man von Innsbruck kommt und die Kronburg sieht, weiß man, man ist im Oberland.“

„Manche Steine liegen nur mehr aus Gewohnheit oben. Ein Wind und da kommt etwas“, warnt auch Alrun Lunger vor den Gefahren, die von der alten Burg ausgehen. Sie ist Obfrau des Vereins „Abenteuer Kronburg“, der sich 2016 gegründet hat, um das kulturelle Kleinod zu erhalten. Auch im vergangenen Jahr hat das Team dort kleinere Arbeiten durchgeführt. „Da gab es Situationen, die hätten gefährlich werden können“, bestätigt sie.

Die Ruine Kronburg ist derzeit nicht erreichbar.
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Zuletzt war die Kronburg zwischen 1985 und 1997 vom Verein „Rettet die Kronburg“ generalsaniert worden. Heute dürfte sie sich allerdings in keinem guten Zustand mehr befinden. Auch beim Wohnturm sieht Lunger wieder Handlungsbedarf. „Zwischen den Fenstern gibt es Risse, die immer weiter auseinanderdriften.“ Das Dach stabilisiere die Mauern. Gefahr im Verzug sieht sie zwar keine – „aber irgendwann rumpelt es. Es kann noch 20 Jahre gut gehen, das ist schwer einzuschätzen.“ Der Ball liege derzeit bei den Verwaltern der Burg, sprich dem Kloster. Lunger rechnet eher damit, dass es eine „langwierige Angelegenheit“ werden könnte. „Die Mühlen mahlen sehr langsam.“

Man arbeite an einer Lösung, die wieder für viele Jahre hält, verspricht Falch. „Das Thema ist komplex. Wir sind dabei, ein Gesamtprojekt auf die Füße zu stellen.“ Dazu gehöre der Turm, aber auch das untere Vorwerk müsse saniert werden.

Wie viel eine Sanierung kosten wird, weiß Falch noch nicht – das wird derzeit erhoben. Es dürfte aber eine Summe zusammenkommen, die das Kloster allein nur schwer stemmen kann. Eine schnelle Lösung gibt es vermutlich nicht. Bis zum kommenden Jahr werde man mehr wissen, erklärt der Raumplaner. Ziel sei, den Weg im Sommer wieder freigeben zu können.


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