„Müssen diese Umfahrung für den Talkessel fordern“

Geschwindigkeitsmessungen in Lermoos ergaben erschreckende Überschreitungen. Die Gemeinde investiert jetzt in Sicherheit.

Auf dieser Geraden im Ort wurden bei der Messung der Gemeinde Pkw mit 100 km/h und Schwerfahrzeuge mit 82 km/h registriert.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Lermoos –4000 bis 5000 Fahrzeuge im Jahresdurchschnitt, 8000 während der Tourismussaisonen, an Spitzentagen 11.500 Fahrzeuge. Das ist – grob – das Ergebnis der von der Gemeinde Lermoos in Auftrag gegebenen Verkehrsstudie. „Wir sind jetzt bei den Verkehrszahlen, wie sie vor Eröffnung des Lermooser Tunnels waren“, erklärt Bürgermeister Stefan Lagg. Doch damit nicht genug: „Es gab aber auch massive Geschwindigkeitsüberschreitungen“, verweist er auf einen Pkw mit 100 km/h und ein Schwerfahrzeug mit satten 82 km/h.

Zu diesem innerörtlichen Verkehr kommt auch noch die Befürchtung, dass der Verkehr aus dem Loisachtal ab 2024 zunehmen wird. „Ich glaube nicht an die moderate und bloß natürliche Verkehrszunahme“, ist Lagg überzeugt, dass die Umfahrung Garmisch aus dem süddeutschen Raum zusätzlichen Verkehr anziehen wird.

Daher wird Lagg nicht müde, gemeindeübergreifend eine Umfahrung des Talkessels einzufordern. „Am besten wäre eine Lösung mit zwei Tunnels. Einer vor dem Viadukt bis zum Golfino. Und dann von dort zur Anschlussstelle Lermoos.“ Damit würde einerseits der Verkehr aus dem Loisachtal kanalisiert und andererseits auch die Ortsdurchfahrt Lermoos vom Pendlerverkehr aus Ehrwald entlastet.

Die so genannte Rieder-Kreuzung wird vorerst mit einer Blinkanlage für Schulkinder sicherer gemacht.
© Paschinger

„Da wir uns aber bewusst sind, dass hier so schnell nichts passieren wird, reagieren wir auch selber im Dorf“, erklärt Lagg. Mit einem Verkehrsplaner wurden fünf neuralgische Punkte ausfindig gemacht: der Fußgängerübergang Moos, die Rieder-Kreuzung, die Einfahrt Grubiglift, das Kinderhotel und die Zufahrt Freibad. 9000 Euro wird die Studie kosten.

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Als Erstes wurde bereits eine Blinkanlage um 4000 Euro für die Rieder-Kreuzung bestellt, um Gefahrensituationen für Schulkinder zu entschärfen. Kommendes Jahr werden 100.000 Euro in die Neuanbindung der Gemeindestraße an die Landesstraße beim Felsenheim investiert. Insgesamt überlegt man bauliche Maßnahmen, damit eine Durchfahrt „mit 50, 60 km/h nicht mehr möglich ist“, so Lagg.

Beim Lärmschutz beim Lermooser Tunnel wird 2020 eine 57 Meter breite Lücke mit einem Hälfteanteil der Gemeinde geschlossen. Den Damm auf dem Tunnelportal wird Lermoos alleine finanzieren müssen.


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