„Es fehlt eine Opposition in Schwaz“: Kehrt Kirchmair zurück?

Kommt er zurück? Das wird seit den letzten personellen Entwicklungen in der Stadtpolitik immer öfter gefragt. Die Rede ist vom ehemaligen VBM Michael Kirchmair. Er schließt eine Kandidatur nicht aus. Aber ohne SPÖ.

Eigentlich hat Michael Kirchmair seine politische Karriere in Schwaz an den Nagel gehängt. Aber 2022 könnte sich das wieder ändern.
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Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –In gut zwei Jahren stehen wieder Gemeinderatswahlen in Tirol an. Während die einen noch fest im Sattel sitzen, gibt es viele Gemeinderäte und Ortschefs im Bezirk, die sich überlegen, ob eine weitere Periode für sie in Frage kommt. Auch im Schwazer Gemeinderat rumort es. Unzufriedenheit, Postenschacher und Machtkämpfe werfen in der Bevölkerung immer mehr Fragen auf. Wohin soll die politische Reise gehen? Wer bleibt? Wer wechselt vielleicht die Liste?

Bei einem trudeln seit Wochen immer mehr Anrufe ein. Ob er wiederkommt? Er schließt es nicht aus. Michael Kirchmair war 18 Jahre lang im Schwazer Gemeinderat. Bis bei der letzten Wahl 2016 die Schwazer Stadt-SPÖ ein Mandat einbüßen musste. Daraufhin legte er sein Amt als Vizebürgermeister nieder. Kirchmair ist nach wie vor Mitglied der SPÖ und als Regionalsprecher des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Tirol tätig, doch vom Bund übers Land bis hin zur Stadtpolitik fühle er sich immer weniger vertreten.

In Schwaz fehlt ihm – wie auch einigen anderen Bürgern – eine Opposition zur ÖVP. „Denn die ÖVP gibt in allen Bereichen das Tempo vor. Es gibt keine Themenherrschaft links oder rechts“, sagt Kirchmair. Er spart nicht mit Kritik – besonders in den Bereichen Verkehr, Raumordnung, Soziales und Wohnen. „Für mich war Danler als Verkehrsreferent ein Rohrkrepierer. Schwaz ist zum reinsten Fleckerlteppich geworden. Man reißt ein Problem auf, reagiert und reißt gleich das nächste auf. Von einer Lösung ist man weit entfernt“, meint Kirchmair. Vor allem habe man vergessen, in Verkehrsangelegenheiten auch alle Interessensvertreter miteinzubeziehen. „Man muss Anwohner, Wirtschaft, Tourismus und alle Betroffenen mit ins Boot holen“, sagt Kirchmair. Er war selbst jahrelang als Verkehrsreferent tätig und tut sich zunehmend schwer, im Hintergrund die Ruhe zu bewahren.

Ob er nochmals im Gemeinderat Gas geben will? „Ich habe das für mich nie ganz ausgeschlossen. Mein Herz brennt für Schwaz“, sagt Kirchmair. Eine politische Position darüber hinaus strebe er nicht an. Und auch in Schwaz ist für ihn derzeit die SPÖ keine Option, in die Stadtpolitik zurückzukehren. „Wenn, dann müsste es eine freie soziale Liste sein. Und es gibt ein irres Potenzial in der politischen Mitte. Da fühlen sich derzeit viele nicht abgeholt – auch in Schwaz“, stellt der Unternehmer klar. Er sei auch schon mehrfach darauf angesprochen worden. An Unterstützern mangle es ihm nicht. Auf die Frage, ob es auch Interesse von derzeitigen Gemeinderäten an einem Wechsel auf eine mögliche Liste Kirchmairs gebe, wollte er nicht antworten.

„Aber ich konzentriere mich im Moment auf die Wirtschaftskammerwahlen 2020, wo ich auf der Liste des Wirtschaftsverbandes antrete. An welcher Stelle, wird sich noch zeigen“, sagt Kirchmair. Doch diese Wahl schließe nicht aus, dass er 2022 auch mit einer neuen Liste in die Gemeinderatswahl starte. Aber wenn, dann als Listenführer, das sei klar.


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