Klimaschutz hat Priorität für Europäer

EU-weit gehört der Umweltschutz laut Eurobarometer-Umfrage zu den zentralen Fragen, mit denen sich die Politik beschäftigen muss.

Den Klima-Demos der Jugendlichen wird viel Potenzial zugetraut.
© Thomas Boehm / TT

Von Gabriele Starck

Brüssel –Ein Drittel aller EU-Bürger hält den Klima- und Umweltschutz für das Thema, mit dem sich das Europaparlament in nächster Zeit vorrangig beschäftigen sollte. Das zeigt die aktuelle Eurobarometer-Umfrage, die Mitte nächster Woche veröffentlicht wird.

Knapp hinter dem Klimaschutz folge die Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung und Armut, sagte Philipp Schulmeister, der für die Erhebungen im Auftrag des Europaparlaments verantwortlich ist, vor österreichischen Journalisten in Brüssel. An dritter Stelle werden ex aequo die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sowie des Terrorismus und der organisierten Kriminalität genannt.

Noch bei der EU-Wahl im Mai war das Thema Wirtschaft und Wachstum für die EU-Bürger mit 44 Prozent im EU-Schnitt dominant. In acht EU-Staaten allerdings lag schon damals „Klima- und Umweltschutz“ als Hauptthema vorne, darunter auch in Österreich mit 49 Prozent Nennungen. Regional aufgeschlüsselt bildete Südösterreich eine Ausnahme, wo der Schutz der Außengrenzen höher bewertet wurde.

Inzwischen wird bereits in elf Mitgliedsstaaten Klima- und Umweltschutz als prioritäre Aufgabe für das EU-Parlament angesehen, darunter übrigens auch in Ungarn, Polen und Italien (30, 27 und 33 Prozent). In Schweden sind es sogar 62 Prozent, in Dänemark noch 50 Prozent, in Österreich 38 Prozent.

Ein hoher Stellenwert wird den Jugendprotesten rund um Fridays For Future eingeräumt. Fast sechs von zehn Europäern bzw. Österreichern glauben demnach, dass die Proteste der Jungen gegen den Klimawandel zu mehr konkreten politischen Maßnahmen beigetragen haben. Und das, obwohl ja eigentlich bislang kaum konkrete Maßnahmen gesetzt worden seien, meinte Schulmeister.


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