Generalstreik in Frankreich verursacht Verkehrschaos

In Frankreich hat der Generalstreik gegen die geplante Pensionsreform von Präsident Emmanuel Macron zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Neben dem Bahnverkehr waren auch Flugverbindungen betroffen. So sagte etwa die AUA ihren Frühflug nach Paris sowie den damit verbundenen Rückflug ab. Der Bahn-Fernverkehr aus Deutschland wurde komplett eingestellt.

Die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF strich 90 Prozent der TGV-Schnellzüge und 80 Prozent der Regionalzüge. In Paris lag der Verkehr auf elf der 16 Metrolinien lahm. Wegen des eingeschränkten öffentlichen Verkehrs stiegen fiele Pendler im Frühverkehr auf Autos um. Vor allem in der Hauptstadtregion Paris stauten sich in der Früh die Autos, berichteten französische Medien.

Der AUA-Frühflug aus Paris war am Donnerstagvormittag fast zwei Stunden verspätet, weitere Flüge der Lufthansa-Tochter sowie von Level und Air France sollten wie geplant stattfinden. Die Deutsche Bahn sagte alle ihre Fernverbindungen nach Frankreich ab, darunter etwa die ICE-Verbindungen aus Frankfurt und München nach Paris sowie den TGV von Frankfurt nach Straßburg. Es sei unklar, wie es in den kommenden Tagen weitergehe, hieß es. Die Lufthansa strich neun Flüge aus Deutschland.

Die massiven Streiks treffen auch Paris-Touristen: Das Wahrzeichen der Hauptstadt, der Eiffelturm, bleibt am Donnerstag geschlossen. Wie die Betreibergesellschaft Sete mitteilte, gibt es nicht ausreichend Personal, um die Touristenattraktion an der Seine zu öffnen.

Große Pariser Museen wie der Louvre hatten bereits vor den Streiks vor möglichen Einschränkungen für Besucher gewarnt. Das Impressionisten-Museum Musée d‘Orsay bestätigte via Twitter, es bleibe geschlossen.

Insbesondere im Schienenverkehr dürften die Proteste fortgesetzt werden. „Ich denke, dass diese (Protest-)Bewegung in den kommenden Tagen andauern wird“, sagte Verkehrsstaatssekretär Jean-Baptiste Djebbari dem Nachrichtensender BFMTV.

Dem Ausstand bei der Bahn und im Pariser Nahverkehr wollen sich am Donnerstag unter anderem Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter von Schulen, Krankenhäusern und der Müllabfuhr anschließen. Es wurde mit den größten Protesten seit Beginn der „Gelbwesten“-Krise vor gut einem Jahr erwartet. Fast 250 Kundgebungen sind angemeldet.

Die Proteste richten sich gegen Macrons Pensionsreform-Pläne. Er will Vorrechte für viele Berufsgruppen abschaffen. Die genauen Pläne sollen Mitte Dezember vorgestellt werden.

Das Innenministerium befürchtet Ausschreitungen und hat die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Allein in Paris sind rund 6000 Polizisten im Einsatz.


Kommentieren