Pflegenotstand kündigt sich auch in Osttirol an

Noch ist die Lücke klein: In den vier Wohn- und Pflegeheimen des Bezirks Lienz gibt es insgesamt 450 Wohnplätze. Zehn davon — sie befinden s...

Symbolbild.
© dpa

Noch ist die Lücke klein: In den vier Wohn- und Pflegeheimen des Bezirks Lienz gibt es insgesamt 450 Wohnplätze. Zehn davon — sie befinden sich im neuen Heim in Nußdorf-Debant — können nicht vergeben werden. „Das Pflegepersonal dafür fehlt", begründet Leiter Franz Webhofer. „Wir hoffen, dass wir die Stellen bald adäquat besetzen können", meint er und verweist auf laufende Ausbildungen an der Kranken­pflegeschule Lienz. Einmal ist dies ein Heimhilfe-Lehrgang, der von Jänner bis Mai 2020 dauert. Zum anderen gibt es eine Ausbildung zur Pflege­assistenz, die im Mai 2021 abgeschlossen sein soll.

Von den 433 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Osttiroler Heime sind 305 Personen in der Pflege beschäftigt, viele davon in Teilzeit. Und um diese geht es der Liste Fritz mit Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Sie betrachtet die Tiroler Pflegekräfte als zu wenig wertgeschätzt und finanziell schlecht gestellt. Ab 1. Jänner 2020 gilt für Gemeinde­vertragsbedienstete ein neue­s Gesetz, das vor allem die nicht so hoch qualifizierten Kräfte benachteilige, sagt Haselwanter-Schneider bei ihrem Besuch in Lienz. „Dadurch können zum Beispiel einer Heimhilfe bis zur Pension 30.000 Euro entgehen." Kein Wunder, meint die Liste-Fritz-Chefin, dass in Tirol ein Pflegenotstand herrsche und 300 Pflegepersonen fehlen würden.

Elisabeth Blanik, Lienzer Bürgermeisterin und Obfrau des Gemeindeverbandes der Osttiroler Wohn- und Pflege­heime, bestreitet diesen Mangel zwar nicht, sieht die Lage aber weniger dramatisch. Das neue Gesetz gibt dem Gemeindeverband die Möglichkeit, dem Pflegepersonal Zulagen von rund 200 Euro brutto monatlich zu bezahlen. Diese Möglichkeit werd­e der Gemeindeverband nutze­n, sagt Blanik. „Es wird sicher niemand schlechtergestellt." (co)

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