OPEC vor schwierigen Verhandlungen in Wien

Das Ölkartell diskutiert in Wien über Strategie für 2020. Das Kartell könnte gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern mit strengeren Förderbeschränkungen reagieren. Doch vor allem ein Schwergewicht will da nicht mitziehen.

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Wien –Das Ölkartell OPEC steht vor schwierigen Verhandlungen über die Strategie für das kommende Jahr. Vor dem Treffen der zuständigen Minister am Donnerstag und Freitag in Wien war noch nicht genau absehbar, ob sich die 14 OPEC-Staaten und die 10 Kooperationspartner auf eine Verlängerung der derzeit geltenden Förderbeschränkung einigen können.

Die 14 OPEC-Mitglieder verhandeln am Donnerstag zunächst in kleiner Runde, am Freitag kommt dann die größere „OPEC+“-Runde, zu der auch Russland gehört, zusammen. Das Treffen ist für die Verbraucher von Bedeutung, da es Einfluss auf die Benzin- und Ölpreise haben könnte.

Vor einem Jahr hatten sich die „OPEC+“-Staaten nach langen Verhandlungen darauf verständigt, 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) Öl pro Tag weniger als im Oktober 2018 aus dem Boden zu pumpen. Diese Vereinbarung wurde im Juli verlängert und gilt noch bis Ende März 2020. Zuletzt wurde darüber diskutiert, diese Vereinbarung erneut zu verlängern, der irakische Minister forderte sogar eine Verschärfung um weitere 400.000 Barrel Öl am Tag. Der russische Energieminister Alexander Nowak hatte sich derweil dafür ausgesprochen, eine Entscheidung zu vertagen. Derzeit sei es zu früh, um solche Entscheidungen zu treffen..

Analysten sind skeptisch

Die 14 OPEC-Staaten haben im Oktober etwa 29,7 Millionen Barrel Öl pro Tag aus dem Boden gepumpt - das entspricht etwa 30 Prozent der weltweiten Ölproduktion. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur liegt der Bedarf an OPEC-Öl im ersten Halbjahr 2020 aber nur noch bei 28,3 Millionen Barrel am Tag.

Nach Ansichtvon Analysten spielt zudem der anstehende Börsengang des Ölriesen Saudi Aramco eine große Rolle. Am Donnerstag soll der Ausgabepreis der Aktien festgelegt und verkündet werden. „Da wäre für Saudi-Arabien die Botschaft schlecht, dass der Preis unter Druck steht“, sagt de la Rubia. „Ich bin skeptisch, dass man sich einigen kann, wenn es um die eigenen Interessen, also den Börsengang von Saudi Aramco, geht“, sagt Fritsch.

Die OPEC steht vor ihrem Treffen in Wien letztlich vor einem Dilemma: Mit einer verlängerten oder gar verschärften Förderkürzung könnte das Ölkartell auf die zu erwartende, geringere Nachfrage reagieren. Gleichzeitig könnten die Staaten so Marktanteile im globalen Ölgeschäft verlieren. „Allein der Ausbau des Frackings in den USA ist gewaltig“, betont de la Rubia. Die OPEC-Verhandlungen könnten daher besonders zäh werden.

Rund 50 Personen nahmen an dem stillen Protest gegenüber der OPEC-Zentrale in der Innenstadt teil, wobei ein Mitglied der Gruppe Extinction Rebellion in einer Inszenierung mit Öl übergossen wurde.
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Klimaschützer protestierten vor Wiener OPEC-Zentrale

Die Teilnehmer des Treffens des Ölkartells OPEC in Wien sind am Donnerstagvormittag von Klimaschutz-Aktivisten in Empfang genommen worden. Rund 50 Personen nahmen an dem stillen Protest gegenüber der OPEC-Zentrale in der Innenstadt teil, wobei ein Mitglied der Gruppe Extinction Rebellion in einer Inszenierung mit Öl übergossen wurde.

Viele Aktivisten der Gruppe Klimaprotest - unter der sich unter anderem das Klimavolksbegehren und die Bewegung FridaysForFuture zusammengeschlossen haben - waren als Tiere verkleidet, die durch Öl umgekommen sind. Auf Transparenten forderten sie „Keep it in the ground“ (Behaltet es im Boden, Anm.), dass Öl erst gar nicht gefördert werden sollte. Für Freitag kündigte Johannes Stangl, ein Sprecher von FridaysForFuture, gegenüber der APA eine größere Demonstration bei der OPEC an. Treffpunkt sei um 16.00 Uhr am Schottenring. (APA, dpa-AFX)


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