Schwazer Vizebürgermeister legt sein Amt nieder, Weber mit Chancen

Rudi Bauer tritt zurück. Am Mittwoch wird neu gewählt. Nach Margit Knapp könnte Victoria Weber als zweite Frau in Schwaz Vize werden.

Der bisherige Schwazer Vize-Bürgermeister Rudi Bauer (SPÖ) will aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten.Foto: Fankhauser
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Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Schlag auf Schlag kommen derzeit die Nachrichten aus dem Schwazer Gemeinderat. Fast in allen Fraktionen gibt es personelle Änderungen. In der ÖVP wurden Ressortverantwortungen getauscht, in der FPÖ gibt es gleich zwei Rücktritte – die TT berichtete. Nun folgt der nächste Rücktritt. Aber diesmal betrifft es die SPÖ.

Vizebürgermeister Rudi Bauer tritt nach knapp vier Jahren im Amt zurück – aus gesundheitlichen Gründen. „Ich hatte Anfang Oktober eine beidseitige Lungenembolie“, erklärt Bauer. Seither müsse er sich mehr um sich und seinen Körper kümmern. Kürzertreten. Im Gemeinderat wolle er aber weiterhin bleiben. Auch seine Aufgabe als Wohnungsreferent wolle er behalten.

Wer soll ihm nachfolgen? „Da mache ich kein Geheimnis draus: Victoria Weber“, sagt Bauer geradeheraus. Natürlich könne sich bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 11. Dezember jeder der Wahl stellen, aber für die SPÖ ist Weber die Spitzenkandidatin.

Nach Margit Knapp könnte Victoria Weber als zweite Frau in Schwaz Vize werden.
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Die 27-Jährige ist seit rund zehn Jahren politisch aktiv und sitzt in der zweiten Periode im Schwazer Gemeinderat. Die Chance aufs Amt des Vizebürgermeisters freut sie ungemein. Der Umstand, wie es dazu kommen könnte, aber weniger. „Uns hat die Nachricht zu Rudis Gesundheit sehr schockiert. Aber wir können nun wieder aufatmen“, sagt Weber. Die Politik bestimme ihren Alltag. Weber würde sich über die Wahl zu einer der wenigen Vizebürgermeisterinnen im Bezirk freuen – derzeit gibt es nur zwei weitere und zwei Bürgermeisterinnen.

Von der Mandatsstärke her könnte die ÖVP nicht nur einen Vizebürgermeister (Martin Wex), sondern auch den zweiten stellen. Dennoch hat man sich nach dem Wahlergebnis 2016 entschieden, den zweiten Vize an eine andere Fraktion zu vergeben. Ob es nun wieder ein Mandatar der SPÖ wird, ist noch nicht fix. „Wir rechnen eigentlich nicht mit einem Gegenkandidaten. Aber ich hätte da nichts dagegen, das belebt den Wettbewerb“, meint Weber.

Die Grünen werden laut StR Viktoria Gruber wohl niemanden nominieren. „Es macht keinen Sinn, wenn jeder einen Kandidaten aufstellt. Wir haben 2016 auch die SPÖ unterstützt“, sagt Gruber. Einen freiheitlichen Kandidaten werde man aber nicht unterstützen. Die FPÖ wird aber laut StR Daniel Kirchmair jemanden stellen: „Aus demokratischer Sicht müssen wir das.“ Er könnte sich vorstellen, selbst zu kandidieren. Das gelte es noch in der Clubsitzung abzuklären. Der freie Mandatar Benjamin Kranzl wolle sich noch beraten. GR Albert Polletta unterstützt Webers Wahlantritt.

Für BM Hans Lintner ist klar: „Wir bleiben pakttreu, wollen uns weiterhin breit aufstellen und eine gute Zusammenarbeit. Victoria genießt meine Unterstützung.“ Er bedaure den Rücktritt von Bauer sehr. „Er hat als Vize wirklich gute Arbeit geleistet und war stets kooperativ.“


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