Viel Neues aus den Raitbüchern den Notburgakirchekirche in Eben

Es hat sich zudem im zweiten Rechnungsbuch ein Notburgabild aus dem Jahr 1610 gefunden, das wohl eine der ältesten Darstellungen ist.

Chronist Johann Walser und die Volkskundlerin Ingrid Rittler arbeiteten vier Jahre an dem Notburgabuch, das 500 Seiten umfasst.
© Zwicknagl

Eben –Eigentlich hätte es eine Broschüre werden sollen. Daraus geworden ist aber ein Buch unter dem Titel „Die St. Notburgakirche und die Menschen auf dem Eben“. Es umfasst fast 500 Seiten und entstand in einer Auflage von 1000 Stück. Intensiv hatte sich die Volkskundlerin Ingrid Rittler aus Trins mit den Rechnungsbüchern, die man auch Raitbücher nennt, schon als Praktikantin im Jahr 1999 befasst. „Dann wurden 13 Bücher durchgearbeitet“, freut sie sich jetzt mit dem Chronisten Johann Walser aus Eben über das Werk, das eine Unmenge von Informationen bietet. „Dabei hat sich im zweiten Rechnungsbuch ein Notburgabild aus dem Jahr 1610 gefunden, das wohl eine der ältesten Darstellungen ist und jetzt im Notburgamuseum ausgestellt wird“, freut sich der Chronist, der ebenso wie Rittler vier Jahre an dem Buch um Gottes Lohn arbeitete.

Nicht nur die Entstehungsgeschichte der Wallfahrtskirche, die ihre heutige Form der Bauphase zwischen 1736 und 1738 verdankt, ist im Buch aufgelistet. Auch die Güter der Notburgakirche, die Kapellen, von denen eine in Jenbach stand, die Kirchenämter, die Priester, Mesner, die Kirchenmusik und das Brauchtum, das sich rund um die Notburgaverehrung entwickelte, kommen zur Sprache. Ebenso sind die Gasthäuser, die im Laufe von Jahrhunderten Pilger beherbergten, aufgelistet.

Obwohl sich Kirchendiebe immer wieder am Heiligtum zu schaffen machten, ist ein Fall aus dem Jahr 1878 besonders interessant. Die Täter hatten sich wohl im Turm oder Dachraum versteckt und entwendeten in der Nacht die Kostbarkeiten, mit denen die Reliquie der Volksheiligen geschmückt war. Sogar das golddurchwirkte Kleid wurde gestohlen. Die Freude über das Diebesgut dauerte nicht lange. Wenige Tage später wurde das Diebespaar in München festgenommen. Einem Polizeibeamten war das Duo aufgefallen, als es von einem Versatzgeschäft zu einem Goldwarenhändler unterwegs war. (zw)

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