Initiative in Kramsach schlägt Alarm: „Wir kommen unter die Räder“

Kramsach ist eine Drehscheibe in Sachen Lkw-Verkehr. Der Ruf nach Verboten und einer A12-Ausfahrt Radfeld wird daher immer lauter.

Ziel- und Quellverkehr oder Umfahrung der Kontrollstelle? Die Bürgerinitiative will auf alle Fälle mehr Lkw auf der L211 zählen.
© BI Xunds Kramsach

Von Wolfgang Otter

Kramsach –An die 18.000 Pkw und 900 Lkw im Kreisverkehr an der Ortseinfahrt von Kramsach – an einem Tag. „Es reicht“, lautet das klare Urteil der Mitglieder der Bürgerinitiative Xunds Kramsach. Einen Grund für die Belastung sieht man darin, dass die Ein- und Ausfahrt der A12 bei Kramsach komplett überlastet sei, viele der Lkw seien auf dem Weg zu den Tankstellen in Brixlegg. Da sie nicht nach links abbiegen können, bevorzugen die Fahrer zuerst die Richtung Kramsach, um beim ersten Kreisverkehr wieder umzudrehen. „Oder sie nehmen überhaupt den Weg auf der Landesstraße über Angerberg, um die Kontrollstelle in Radfeld zu umfahren“, weiß Christine Ascher, Sprecherin der Transitforum-Gruppe. Die ersten Kilometer des Weges sei das noch legal. Denn durch Kramsach fehlt ein Lkw-Fahrverbot, wie die Initiative bemängelt. Auf der weiteren Strecke über die L211 bis nach Kundl gibt es zwar ein Verbot, „aber wer kontrolliert das?“, fragt sich Ascher. Abhilfe würde jedoch eventuell ein Lkw-Fahrverbot (Ausnahme Ziel- und Quellverkehr) durch Kramsach bringen.

Beim Kufsteiner Bezirkspolizeikommando ist kein ausufernder Ausweichverkehr bekannt, wie Astrid Mair, stv. Bezirkspolizeikommandantin, erklärt. Es gebe auch keine Beschwerden. Natürlich seien Lkw auf der besagten Route unterwegs, „aber es gibt einen Ziel- und Quellverkehr“, betont Mair.

Die vermuteten Lkw auf den Schleichwegen sind das eine, das Umdrehen auf dem Kreisverkehr das andere. „Wir brauchen ein Abbiegeverbot für Lkw in Richtung Kramsach“, sagen die Initiativenmitglieder. Und was die Tankstellen anbelangt, schaut man neidisch auf die Lösung in Fritzens und Mutters. Dort gilt bereits seit 1. August ein derartiges Lkw-Abfahrverbot auf die Landesstraße zu den Billig-Tankstellen. Das Pilotprojekt gilt vorerst für sechs Monate und soll dann evaluiert werden.

Neben den zusätzlichen Forderungen einer generellen Verkehrberuhigung im Ort und einer neuen Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet fügt die Initiative noch eine ganz große an: Eine Autobahnabfahrt bei Radfeld würde eine enorme Entlastung des Knotens Kramsach bringen, ist man überzeugt. Darauf verweist auch Thomas Fuchs von der Initiative für ein lebenswertes Alpbachtal. Das Problem Tankverkehr habe nämlich durch Staus an den Kreisverkehren auch Auswirkungen auf seinen Heimatort Brixlegg. „Zusätzlich müssen viele Lkw wegen des Fahrverbots auf der B171 durch Kundl zuerst nach Kramsach fahren und dann wieder retour. Hätte das Gewerbegebiet in Radfeld eine eigene Ausfahrt, würden diese unnötigen Kilometer wegfallen.“ Wobei es laut Initiative „ohnedies kein so langes Autobahnstück im Unterland ohne Ausfahrt gibt wie jenes zwischen Wörgl und Kramsach“. Diese Forderung ist nicht neu. Es gibt auch bereits eine Abfahrtsmöglichkeit auf Höhe Radfeld. Diese wird für Lkw benutzt, die an der Kontrollstelle Kundl beanstandet werden und die Autobahn verlassen müssen. Eines ist der Initiative klar: „Wir brauchen die Unterstützung der Gemeinde.“ Daran jedoch, so ist herauszuhören, hapere es.

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