Neue Gletscherbahn im Kaunertal: Innovation für Monoskifahrer

Die Falginjochbahn am Kaunertaler Gletscher startet heute mit einer Neuheit – einem speziellen Zustieg für Monoskifahrer.

Am Kaunertaler Gletscher startet heute nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit die neue Falginjochbahn in den Winter.
© Kaunertaler Gletscherbahnen

Von Matthias Reichle

Kaunertal –„Es war stressig, wir haben eine sportliche Bauzeit hingelegt“, erklärte Beate Rubatscher-Larcher, Geschäftsführerin der Kaunertaler Gletscherbahnen. Heute geht im Gletscherskigebiet die neue Falginjochbahn in Betrieb. Am Donnerstag fand die Schlussverhandlung statt, nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit habe man nun alle Genehmigungen in der Tasche und könne ohne weitere Auflagen starten, so Rubatscher-­Larcher.

Die neue Anlage ersetzt zwei Schlepplifte. Es sei die erste „100er-Funifor“-Seilbahn Österreichs, so die Betreiber. Diese gelte aufgrund ihrer breiten Doppelseilführung als besonders wind­sicher, kommt aber gleichzeitig mit nur zwei Stützen aus. Sie bringt bis zu 100 Personen in nur 3,9 Minuten auf 3113 Meter. Die Baukosten von rund 10,3 Mio. Euro werd­e man einhalten können, so Rubatscher-Larcher. Am Kaunertaler Gletscher sind damit ab morgen alle Anlagen und Pisten in Betrieb.

Eine weitere Neuheit wurde im neuen Seilbahn-Stationsgebäude umgesetzt – eine so genannte „Monobob-Lane“. Das sei eine „Weltneuheit“, erklärt die Geschäftsführerin, „das gibt es nur bei uns“. Ausgetüftelt habe sie Prokurist und Betriebsleiter Franz Wackernell.

Monoskifahrer müssen ihren Ski künftig nicht mehr ausziehen, sondern können sich über einen eigenen Zugang und einen eigenen „Rutschbelag“ am Boden zur Gondel schieben. Sie können die Bahn damit ohne fremde Hilfe benutzen. Auf der Suche nach dem richtigen Material habe man sich in Skihallen umgesehen. „Es ist das gleiche, das dort zum Trockentraining verwendet wird. Es funktioniert super“, betont die Geschäftsführerin. Mono­skifahrer hätten den Belag schon ausprobiert.

Das Kaunertal ist Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit. 2013 wurde man dafür auch ausgezeichnet. Der Gletscher sei nun ebenfalls zu 100 Prozent barrierefrei.


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