Eine Zufahrt für drei Großprojekte in Ehrwald

Nach umfangreichen Vorarbeiten und ohne Getöse und Widerstände gingen in Ehrwald die Erweiterung der Schottergrube, eine Aushubdeponie und die gemeinsame Zufahrt zur Inertdeponie über die Bühne.

Der Ehrwalder Bürgermeister Martin Hohenegg, Marco und Alfred Neuberger sowie Deponie-Verantwortlicher Stefan Handl (v. l.) waren in die Anlegung des Weges zu Steinbruch und Deponien involviert.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Ehrwald –„Und wo ist die Bürgerinitiative?“, wurde Alfred Neuberger von einem der Teilnehmer bei einer der vielen Verhandlungen in den vergangenen Jahren gefragt. Dass es keine gegeben hat, das führt der Ehrwalder Erdbeweger vor allem auf die bestens aufbereiteten Projekte und die Zusammenarbeit mit Behörden, Gemeinde und Agrar zurück. So gelang es ihm in den vergangenen acht Jahren, gleich im ersten Anlauf die Erweiterung des Steinbruches Sandeck, die neue Aushubdeponie und die gemeinsame neue Zufahrt zur bestehenden Inertdeponie zu erreichen. Auch das Kieswerk in Richtung Griesen konnte so realisiert werden.

Dieses Gesamtpaket lobt auch der Ehrwalder Bürgermeister Martin Hohenegg. Denn nicht nur, dass die neue Aushubdeponie der Gemeinde als Substanznutzer der Agrar in der 20-jährigen Vertragslaufzeit 1,5 Millionen Euro hineinspült: „Uns ist es besonders wichtig, dass Schottergrube und Deponien künftig auf einer einzigen Zufahrt erreichbar sind.“ Damit werden nämlich einerseits Anrainer im Ortsteil Schmiede von Lkw-Fahrten verschont und andererseits das Naherholungsgebiet Ponöfen vom Verkehr befreit.

Dieser neue, 1,5 Kilometer lange angelegte Weg weist teils recht große Dimensionen auf: „Es gibt dort eine Reifenwaschanlage, dann eine Waage und ein kleines Bürogebäude auf dem Weg zu den Anlagen“, erklärt Neuberger. „Der Weg ersetzt sämtliche bisherigen Zufahrten“, erklärt Hohenegg. Die Kosten für diese Trasse hat das Unternehmen selbst zu tragen, betont der Bürgermeister.

Allein um K.-o.-Kriterien für die Projekte auszuschließen, hatte Neuberger die naturkundlichen Grundlagen erheben lassen – dazu gehörten neben Vegetationskartierungen und zoologischen Befunden auch Fachgutachten über Fledermäuse und Ornithologie (Vogelkunde). 200.000 Euro flossen in diese Untersuchungen, mit allen Kosten bis zur Erreichung der Bescheide hat Neuberger 450.000 Euro investiert.

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Neben der seit 1998 bestehenden Inertdeponie kamen so 2017 die Aushubdeponie Ponöfen Süd mit einer Kapazität von 670.000 m³ (seit Juli 2018 in Betrieb), im Jänner 2018 das Kieswerk Griesen mit 700.000 m³ Lockergestein und seit Juli dieses Jahres die Erweiterung der Schottergrube Sandeck mit 1,1 Millionen m³ auf 35 Jahre dazu. Was das Kieswerk betrifft, so wird dort nun auch das Material aus den drei Lermooser Murbecken aufgearbeitet – womit auch dieser Verkehr nicht mehr das Siedlungsgebiet in Ehrwald belastet.

„Man muss ein Projekt so aufarbeiten, damit die Behörde mit den Unterlagen auch etwas anfangen kann“, verweist der Erdbeweger auf lange und viele Gespräche im Vorfeld, erste Sondierungen, Ausschluss von K.-o.-Kriterien in einer zweijährigen Phase und dann eine detaillierte Projektplanung. „Da muss einfach alles zusammenarbeiten“, hebt der Unternehmer auch die Behörde bei der Realisierung hervor.

Die 1,5 km lange Zufahrt ersetzt alle bisherigen Wege zu den Anlagen und entlaste somit Anrainer und Erholungsgebiet, so BM Hohenegg.
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