Flock schaltet in bisher unbekannten Angriffsmodus

Die Tiroler Skeleton-Pilotin Janine Flock startet mit mehr Muskelmasse und einem schwereren Untersatz in die neue Weltcup-Saison.

Janine Flock (Skeleton-Pilotin): „Das langfristige Ziel heißt Olympia 2022. Bis dahin will ich aber nicht nur testen und herumgurken.“
© GEPA pictures/ Andreas Pranter

Von Günter Almberger

Lake Placid –Gesamt-Weltcupsiegerin, Vizeweltmeisterin, dreifache Europameisterin, sechs Weltcupsiege – vor der Liste ihrer Erfolge muss sich Skeleton-Pilotin Janine Flock wahrlich nicht verstecken. Trotzdem lautete bei der Rumerin in der Vergangenheit stets die Devise, „Zurückhaltung ist Trumpf“. Doch mit ihrem 30. Geburtstag, den sie im Sommer feierte, dürfte es Klick gemacht haben. Vor dem heutigen Weltcup-Auftakt in Lake Placid (USA) zeigt sich Flock ungewohnt angriffslustig.

„Das langfristige Ziel heißt Olympia 2022. Bis dahin will ich aber nicht nur testen und herumgurken. Ich will Medaillen gewinnen, möchte im Gesamt-Weltcup eine Rolle spielen und auch einen weiteren EM-Titel einfahren“, schaltet das Tiroler Skeleton-Aushängeschild in einen bisher nicht bekannten Angriffsmodus. Ergebnisse seien schließlich auch mental für ihren Kopf wichtig. „Ich mache mir keinen Druck, aber ich will nicht um den zehnten Platz mitfahren. Dafür bin ich schon zu lange dabei.“

Um diesen Ansagen auch Taten folgen zu lassen, ging die Heeressportlerin in der Saisonvorbereitung neue Wege. Mit Trainer-Freund Matthias Guggenberger, der neben der Kooperation mit dem österreichischen Verband die lettische Nationalmannschaft betreut, wurde einiges umgestellt. So trainierte Flock vorwiegend in Lettland gemeinsam mit dem dortigen Team. Am einschneidendsten war jedoch die Gewichts-Thematik. Weil es eine Regeländerung gab, die das Gesamtgewicht neu reglementiert, bringt die Olympia-Vierte von 2018 in diesem Jahr zehn Kilogramm mehr aufs Eis. Der Skeleton wiegt um fünf Kilo mehr und die athletische Tirolerin hat fünf Kilo mehr an Muskelmasse draufgepackt. „Die Umstellung ist schon krass. Das Mehr an Gewicht muss beim Start in Bewegung gebracht werden und in der Bahn bei einer Geschwindigkeit von bis zu 140 km/h darf das Fahrgefühl nicht leiden“, betont die Rumerin und fügt hinzu: „Die neue Regel ist fairer für alle. Fein ist, dass man von Bahn zu Bahn reagieren und etwas taktieren kann.“

Inwieweit sich Flock auf die neuen Gegebenheiten bereits einstellen konnte, wird sich heute beim ersten von zwei Rennen in Lake Placid (Auftakt-Weltcup in Park City wurde abgesagt und nach Lake Placid verschoben) zeigen. „Letztes Jahr musste ich krankheitsbedingt dort passen. Die beiden Jahre davor habe ich mit Bahnrekord gewonnen. Nur verständlich, dass ich mir einiges ausrechne“, so die 30-Jährige.


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