Damen-Abfahrt: Sieg für “Snowboarderin“ Ledecka, Venier Dritte

Die tschechische “Snowboarderin“ Ester Ledecka feierte 0,35 Sek. vor der Schweizerin Corinne Suter ihren ersten Weltcupsieg auf Ski. Die Plätze drei und vier gingen an die ÖSV-Fahrerinnen Stephanie Venier (0,45) bzw. Nina Ortlieb.

Die Tschechin Ester Ledecka.
© gepa

Lake Louise — Wintersport-Phänomen Ester Ledecka hat sich auch auf Ski den ersten Weltcup-Sieg geholt. Die tschechische Snowboarderin gewann am Freitag die erste Abfahrt in Lake Louise sensationell klar 0,35 Sekunden vor der Schweizerin Corinne Suter sowie den beiden Österreicherinnen Stephanie Venier (0,45) und Nina Ortlieb (0,66). Ledecka ist Olympiasiegerin im Snowboard aber auch im Ski-Super-G.

Die Pragerin reagierte in Kanada auf ihren Triumph ähnlich verblüfft wie im Februar 2018, als sie in Südkorea bei Olympia die Österreicherin Anna Veith unerwartet um eine Hundertstel noch Gold im Super-G weggeschnappt hatte. Spätestens seit Freitag muss die Weltcup-Gesamtsiegerin im Parallel-Weltcup der Raceboarder niemandem mehr beweisen, ob sie eine Eintagsfliege auf Ski ist oder nicht. "Es fühlt sich großartig an", jubelte Ledecka. "Gut, dass das Rennen doch noch stattgefunden hat. Ich hab's genossen."

Ledecka mit technisch exzellenter Fahrt

Die erste von zwei Weltcup-Abfahrten der Damen in Lake Louise stand wegen Neuschnee auf der Strecke zunächst kurz vor einer Absage, ging dann mit Verspätung auf verkürztem Kurs und akzeptablen Bedingungen aber doch noch über die Bühne. Multi-Talent Ledecka hatte vor dem Freitags-Coup einen Monat im kanadischen Nakiska trainiert. Die Athletin, die nun auch dem Red-Bull-Team angehört, lieferte mit Startnummer 26 eine technisch exzellente Fahrt ab. Weltcup-Gesamtleaderin Mikaela Shiffrin (USA) wurde Zehnte.

Während sich Abfahrts-Weltcupsiegerin Nicole Schmidhofer mit Platz sieben begnügen musste, holte Venier als Dritte für Österreichs vergangenen Winter so erfolgreiche Speed-Damen immerhin einen Podestplatz. Hinter der Tirolerin sicherte sich Nina Ortlieb als Vierte ihr bisher klar bestes Weltcupergebnis. Die Tochter von Olympiasieger Patrick Ortlieb ist in ihrer Karriere schon oft verletzt gewesen.

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"Es hat mich irrsinnig gefreut, dass nach dem guten Training auch im Rennen so gut geklappt hat", sagte Ortlieb, die ohne ihren Fehler ebenfalls Podestchancen gehabt hätte. "Ich habe mich das nicht zu hoffen getraut", sagte die Vorarlbergerin im ORF-Fernsehen. "Es hat gezeigt, dass eine tolle Saison vor mir steht."

Schmidhofer hatte im Vorjahr in Kanada beide Abfahrten gewonnen und startete auch diesmal ausgezeichnet. Den möglichen Sieg verspielte die Steirerin im Schlussteil der Abfahrt. Schmidhofer machte es unter anderem am missglückten Zielsprung fest.

"Ich muss mich fast entschuldigen, dass ich nicht so gut springe", erklärte sie. Den entscheidenden Rückfall hatte sie aber bei der Ausfahrt aus dem Steilhang erlitten. "Bis dahin war ich brutal schnell. Dann bin ich in den weichen Schnee gekommen, es hat mich sofort gestoppt und das Tempo gefressen. Damit war das Podest weg", so Schmidhofer.

Venier: "Es war eine ganz gute Fahrt"

Die Steirerin hatte bei der Auslosung freiwillig die Startnummer sieben Venier überlassen und selbst die neun gewählt. Venier machte viel aus dem Geschenk. "Es war eine ganz gute Fahrt. Nach der Verkürzung habe ich gedacht, nicht so gut für mich, weil ich im Starten nicht so gut bin", gestand sie. "Ich habe dann das Rennen eben unten raus geholt."

Am Samstag steht beim Speed-Auftakt der Alpinski-Damen in Kanada eine weitere Abfahrt auf dem Programm, am Sonntag folgt noch ein Super-G. (APA)

Live-Ticker zur Damen-Abfahrt in Lake Louise:


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