Merkel zu Besuch in KZ-Gedenkstätte Auschwitz eingetroffen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Freitag erstmals das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besucht. Sie traf am Vormittag am Eingang des sogenannten Stammlagers ein. Zunächst war eine Führung durch das ehemalige KZ geplant.

An der sogenannten Todeswand will Merkel anschließend einen Kranz niederlegen und der dort ermordeten Menschen gedenken. Die Nazis hatten an der Mauer tausende KZ-Insassen erschossen. Anschließend begibt sich die Kanzlerin in das frühere Vernichtungslager Birkenau.

Merkel besucht die Gedenkstätte auf Einladung der Stiftung Auschwitz-Birkenau, die ihr zehnjähriges Bestehen begeht. Am Tag vor ihrer Abreise hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, die Stiftung mit weiteren 60 Millionen Euro zu unterstützen.

In Birkenau nimmt Merkel unter anderem an einem Festakt der Stiftung teil. Zu den Rednern zählt neben der Kanzlerin und dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki auch der Auschwitz-Überlebende Bogdan Stanislaw Bartnikowski. Merkel wurde unter anderem vom Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, begleitet.

Das KZ Auschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager der Nazis. Etwa 1,1 Millionen Menschen wurden dort ermordet, die meisten waren Juden. Auch 80.000 nicht-jüdische Polen, 25.000 Sinti und Roma sowie 20.000 sowjetische Soldaten wurden in dem Lager getötet, das die Rote Armee am 27. Jänner 1945 befreite.

Der letzte Besuch eines deutschen Kanzlers in Auschwitz liegt fast ein Vierteljahrhundert zurück: Im Sommer 1995 reiste Helmut Kohl (CDU) zum zweiten Mal nach 1989 in das frühere KZ. Sein Vorgänger Helmut Schmidt (SPD) war 1977 als erster deutscher Regierungschef dort gewesen.


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