Die gute Geschichte: Menschen, die auf der Straße leben, Wärme spenden

Wie aus einer spontanen Idee eine Spendenaktion für Obdachlose wurde, das erzählt die heutige gute Geschichte.

Lena Sophie Margreiter (links) und Maria Peer sammeln jedes Jahr an ihrer Schule für Obdachlose.
© Margreiter

Innsbruck –In der kalten Zeit rund um Weihnachten etwas Gutes tun: Das war und ist das Ziel zweier Innsbrucker Schülerinnen. Vielen Menschen, die auf der Straße leben müssen, konnte so schon geholfen werden.

Angefangen hat alles an einem kalten Dezembertag im Jahr 2017. Die Schüler der sechsten Klasse KORG Kettenbrücke wurden im Religionsunterricht gefragt, was sie bewegt oder besonders schlimm für sie ist. In kleinen Gruppen wurden Impulse gesammelt, und weil es gerade so kalt war, fiel einer Gruppe spontan ein, dass es schlimm sein muss, die Winternächte auf der Straße zu verbringen.

Schnell war klar, dass etwas dagegen unternommen werden muss. Nachdem Lehrerin und Direktion grünes Licht gegeben hatten, entschloss sich eine kleine Gruppe unter der Federführung von Lena Sophie Margreiter und Maria Peer, Spenden zu sammeln. Wenige Tage vor Weihnachten wurde ein Aufruf im Internet gestartet, Geld- und Sachspenden für Obdachlose in der Schule abzugeben. Innerhalb kurzer Zeit kamen 30 warme Decken, vier Säcke mit Winterbekleidung und rund 400 Euro Bargeld zusammen. Mit dieser Summe wurden Bäckereigutscheine als Weihnachtsgeschenk für Obdachlose gekauft: „Da sich die Katharina-Wärmestube der Caritas gleich in der Nähe von unserer Schule befindet, haben wir uns entschlossen, Geld- und Sachspenden für diese Einrichtung zu sammeln“, berichtet Lena Sophie Margreiter. Im nächsten Jahr wurde das Schulprojekt bereits beim Elternsprechtag Anfang Dezember vorgestellt. Neben einem Internet-Aufruf gestalteten Lena Sophie und Maria auch eigene Plakate, die auf die Aktion hinwiesen. Außerdem sammelte der Tiroler Volksmusikverein bei einem Adventkonzert der Stubaier Freitagsmusig Spenden für die Aktion. Mit dem Geld sollten Winterschlafsäcke angeschafft werden. 815 Euro, mit denen 16 Schlafsäcke gekauft wurden, kamen dabei zusammen.

Heuer führen die beiden die Aktion zum dritten Mal an ihrer Schule durch: „Wir haben uns die Weihnachtszeit zum Anlass genommen, uns Zeit für ein soziales Projekt zu nehmen. Durch das große Arrangement unserer Schule, Familien und Freunde wurde es dann auch zu unserem kleinen großen Erfolg“, sagt Maria Peer. Warum tun sie sich die Arbeit an? Für Lena Sophie Margreiter klar: „Der Aufwand rentiert sich, weil Menschen auf der Straße mit einem Schlafsack Wärme geschenkt werden kann, wenn sie schon anderswo keine bekommen.“

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Und wie geht es weiter? Denn die beiden 18-Jährigen verlassen im nächsten Jahr nach der Matura das KORG. Es besteht Hoffnung, dass das Projekt von Mitschülern weitergetragen wird. (TT)


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