Audi Q3 in zweiter Generation: Beachtliche Entwicklung

Selten macht ein Nachfolger gegenüber einem erfolgreichen Vorgänger so vieles besser wie im Falle des Audi Q3. Anspruchsvoll ist das Fahrzeug allenfalls bei der Preisgestaltung, wie es im Dauertest belegt.

Für alle Ausflüge zu haben: der Q3 der zweiten Generation von Audi.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Wenns –Es sind turbulente Zeiten, in denen Audi derzeit steckt: Noch immer ist die Dieselkrise nicht ausgestanden; erneut zeichnet sich ein Führungswechsel ab, denn designiert ist Markus Duesmann als neuer Vorstandschef; Stellenstreichungen im hohen vierstelligen Bereich stehen an; der Rückstand gegenüber der Premium-Konkurrenz von Daimler und BMW hat zugenommen.

Und doch kann Audi von einigen Kurskorrekturen der jüngeren Vergangenheit zehren. Beim Design zeigt sich die Vier-Ringe-Marke wagemutiger, bei der Fahrzeuggestaltung nutzerorientierter als zuvor. Ein gelungenes Beispiel dafür ist der Q3 der zweiten Generation, der rund ein halbes Jahr der TT als Dauertester zur Verfügung stand. Antriebstechnisch zeigte er sich von der besten Seite, Ähnliches gilt für die Innenraumgestaltung.

Aber der Reihe nach: Den Q3 45 TFSI treibt ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner an, der 230 PS leistet und ab 1500 Umdrehungen/Minute ein sattes Drehmomentmaximum von 350 Newtonmetern stemmt. Hinzu gesellen sich eine Siebenstufen-Doppelkupplung (S-tronic) und der Quattro-Allradantrieb. Obwohl wir es hier mit einem 1,7 Tonnen schweren Modell zu tun haben, bewegt sich das Ganze aber doch flinker als gedacht: Nur 6,3 Sekunden vergehen, bis der Q3 Tempo 100 km/h erreicht hat; bis zu 233 km/h sind möglich. Die Doppelkupplung müht sich dabei redlich – gelegentlich empfiehlt sich aber die Verwendung des Sportmodus, um der S-tronic eine gewiss­e Behäbigkeit abzugewöhnen. Die Traktionsaufgaben erfüllt dagegen bestens das unmerklich arbeitende Quattro-­System – und erstaunlich gut abgestimmt wirkt dabei das Fahrwerk, das Holprigkeiten der gröbsten Art gekonnt auszubügeln vermag. Die Lenkung arbeitet dabei leichtgängig und ausreichend präzise.

In weiterer Folge überzeugt auf Dauer auch das Interieur. Das gilt erstens für die Qualität der Materialien, zweitens für die ausgesuchten Funktionen und drittens für die Variabilität. Im ersten Fall erfreuen uns das Arrangement des Armaturenbretts mit dem leuchtstarken, hochauflösenden volldigitalen Instrumentariu­m. Im zweiten Fall überzeugen uns die Bedienung des Navigationssystems und die Verwendung diverser Streamingfunktionen. Lediglich ein Redakteur beklagte sich über die ungewöhnliche Anordnung des Lautstärkenreglers auf der Mittelkonsole. Dagegen ließ sich nichts gegen den dritten Fall einwenden (Variabilität). Zweckdienlich waren häufig die Längsverschiebbarkeit der Rücksitze, um mal dem Warentransport den Vorzug zu geben, mal dem Personentransport.

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Auf langen Strecken, etw­a nach Straßburg in Frankreich oder nach Süditalien, verwöhnten darüber hinaus die Sitze vorne wie hinten – die Passagiere fanden dafür reichlich Lob. Die Q3-Qualitäten haben allerdings ihren Preis – die gewählte Kombination ist ab 48.160 Euro verfügbar.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1984 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 169 kW/230 PS

L/B/H: 4484/1856/1616 mm

Gewicht: 1695/2200 kg

Kofferraumvolumen: 530 – 1525 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 233 km/h

0 – 100 km/h: 6,3 Sekunden

Verbrauch: 9,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 48.160 Euro

CO2-Emission: 173 g/km


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