Königin der Krippen zu sehen

Die um 1790 im Innsbrucker Ursulinenkloster hergestellte Ursulinenkrippe mit ihren 239 erhaltenen Figuren ist eine besondere Kostbarkeit. Di...

Die Ursulinenkrippe ist eine besonders sehenswerte Repräsentationskrippe im Museum im Ballhaus.
© MiB

Die um 1790 im Innsbrucker Ursulinenkloster hergestellte Ursulinenkrippe mit ihren 239 erhaltenen Figuren ist eine besondere Kostbarkeit. Diese ist nun im Museum im Ballhaus in Imst noch bis zum 1. Februar 2020 zu sehen.

Prunk und Pracht wurden bei dieser barocken Repräsentationskrippe besonders gut zum Ausdruck gebracht. Damals fertigten Ordensfrauen die Krippenfiguren wie Gliederpuppen: Als Körper diente ein Holzstück, Arme und Beine bestanden aus Draht, darüber wurden Gewänder gezogen; lediglich Hände und Füße wurden aus Holz geschnitzt, die Köpfe aus Wachs geformt. In aufwändiger Handarbeit wurden die Kleider aus den Resten wertvoller Stoffe genäht und mit Perlen, Pailletten, Borten, Spitzen und Stickereien liebevoll verziert. Sehr viele der Gewänder sind hier noch im barocken Originalzustand erhalten. Meist wurden die Kleider im Laufe der Zeit erneuert und ausgetauscht oder dem Zeitgeschmack und der aktuellen Mode angepasst.

Auch bei der Imster Krippe hatten die Tiroler, die einheimische Bevölkerung, wohl um 1900 ein zeitgemäßes Gewand erhalten, sollten doch hier die Menschen vor der Krippe dargestellt werden — und sich auch wiedererkennen. Die „fremden" Begleiter der Könige sowie die zahlreichen Engel sind typische Zeugnisse barocker Volkskunst. (TT)


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